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Beispiel 9: Geringfügig beschäftigte Arbeitslose, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind

Der Bauarbeiter Ferdinand Bott ist arbeitslos geworden. Nun pflegt er im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung Haus und Garten eines Bekannten. Dafür erhält er ein monatliches Entgelt von 325 EUR.

Es ergeben sich folgende Abgaben:

  • Entgelt 325 EUR
  • Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (12 %) 39 EUR
  • Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung (10 %) 32,50 EUR

Herr Bott hat die Möglichkeit, den Rentenbeitrag mit einem Eigenanteil von 23,08 EUR auf 19,1 % aufzustocken. Dadurch erwirbt er Ansprüche auf alle Leistungen der Renten- versicherung.

Arbeitslosengeld ist steuerfrei und führt daher auch nicht zur Steuerpflicht des Entgelts aus einer geringfügigen Beschäftigung. Falls Herr Bott das ganze Kalenderjahr arbeitslos ist und keine weiteren Einkünfte bezieht und für seine geringfügige Beschäftigung Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden, ist das Arbeitsentgelt steuerfrei.

Der Arbeitgeber kann es aber nur steuerfrei auszahlen, wenn Herr Bott ihm eine Freistellungsbescheinigung vorlegt. Den Antrag auf Erteilung dieser Freistellungsbescheinigung stellt er bei seinem Wohnsitzfinanzamt.

Falls Herr Bott nicht das ganze Kalenderjahr über arbeitslos ist und deshalb/oder wegen weiterer Einkünfte die Summe der anderen Einkünfte positiv ist, kommt die Steuerfreiheit nicht in Betracht. Der Arbeitslohn ist wie bisher steuerpflichtig. Herr Bott kann zur Besteuerung seinem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte vorlegen.

Alternativ kann der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt von Herrn Bott auch pauschal mit 20 % Lohnsteuer zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag versteuern.

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