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Objektbeschränkung

Die Regelungen des § 10e Abs. 4 und 5 EStG sind inhaltlich nahezu unverändert in § 6 EigZulG übernommen worden. Das bedeutet, daß auf eine gefestigte Rechtsprechung zurückgegriffen werden kann. Neue Zweifelsfragen dürften zu diesem Thema nicht mehr auftreten.

Die Eigenheimzulage kann nur für ein Objekt in Anspruch genommen werden (§ 6 Abs. 1 Satz 1 EigZulG). Hatten Sie schon einmal ein § 7b bzw. § 10e-Objekt steuerlich berücksichtigen lassen, verbietet § 6 Abs. 3 EigZulG eine weitere Berücksichtigung. Hiervon ausgenommen sind Ehegatten, die zwei Objekte geltend machen können. Diese zwei Objekte können auch gleichzeitig in Anspruch genommen werden, wenn sie nicht in räumlichen Zusammenhang belegen sind. Die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG müssen aber im Zeitpunkt der Fertigstellung bzw. der Anschaffung vorgelegen haben.

Miteigentumsanteile an einer zulagebegünstigten Wohnung bewirken bei jedem Miteigentümer einen vollen Objektverbrauch (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EigZulG). Nur bei Ehegatten werden die Miteigentumsanteile als ein Objekt behandelt (§ 6 Abs. 2 Satz 2 EigZulG).

Aber!
Es kommt in der Praxis häufig der Fall vor, daß noch unverheiratete Lebenspartner eine Eigentumswohnung als Kapitalsicherung kaufen. Später wollen Sie dann diese Eigentumswohnung als Eigenkapital zum Kauf eines Hauses einsetzen. Sollten beide für ihre Miteigentumsanteile § 7b oder § 10e berücksichtigt haben, dann unterliegen beide Anteile dem Objektverbrauch und eine Begünstigung nach dem EigZulG muß versagt werden.

Besser ist es, wenn einer der Partner auf die Begünstigung verzichtet und sich somit später eine Begünstigung offen hält. Heiraten die Partner innerhalb des Begünstigungszeitraums, dann können beide Miteigentumsanteile berücksichtigt werden. In diesem Falle fällt ein doppelter Objektverbrauch nicht mehr an.

Beispiel
Im Jahre 1 kaufen A und B eine ETW für 50.000 EUR. Während A die Begünstigung nach § 10e EStG für 25.000 EUR in Anspruch nimmt, verzichtet B auf die Berücksichtigung. Im Jahre 3 heiraten die beiden und ab diesem Jahr 3 können sie die Begünstigung von 50.000 EUR in Anspruch nehmen. Zusammen ist nur ein Objekt berücksichtigt worden. Der Anwendung der Vorschriften des EigZulG steht für ein späteres Objekt nichts im Wege. Anders wäre es gewesen, wenn A und B von Anfang an für beide Objekte die Begünstigung in Anspruch genommen hätten. In diesem Fall wären zwei Objekte berücksichtigt worden. Objektverbrauch wäre eingetreten.

Beim Hinzuerwerb eines Miteigentumsanteils des Ehegatten infolge Erbfalls oder wegen Wegfalls der Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG (z.B. durch Scheidung) kann der hinzuerwerbende Ehegatte den auf den erworbenen Anteil entfallenden Fördergrundbetrag nach § 9 Abs. 2 bis 4 EigZulG weiter in der bisherigen Höhe in Anspruch nehmen (§ 6 Abs. 2 Satz 3 EigZulG). In diesen Fällen der sogenannten Anteilsvereinigung spielt es keine Rolle, ob die Anteilsübertragung entgeltlich oder unentgeltlich erfolgt. Beim übertragenden Ehegatten tritt kein Objektverbrauch ein, wenn die Anteilsübertragung in einem Kalenderjahr erfolgt, in dem noch die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG vorliegen. Zeit spielt hier eine wichtige Rolle. Denn im Jahr der Trennung muß bereits über den Wohnungs- bzw. Hausanteil entschieden werden. Für Streitereien der Ehegatten ist dann allerdings kein Raum mehr.

Anders als bei den Vorschriften der §§ 7b und 10e EStG kann die Eigenheimzulage auch für unentgeltlich überlassene Objekte angewandt werden (vgl. auch Abschnitt 2.2 Nutzung zu eigenen Wohnzwecken). Hieraus resultiert natürlich zwangsläufig, daß diese Objekte auch dem Objektverbrauch unterliegen. Haben die Eheleute zwei Objekte erworben und nutzen das eine Objekt als eigene Wohnung und das andere Objekt wird von den Eltern der Ehefrau genutzt, dann können beide Objekte berücksichtigt werden. Ein weiteres Objekt können die Eheleute aber zukünftig nicht mehr geltend machen.

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