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Erläuterung steuerlicher Grundbegriffe

Das Steuerrecht verfügt über einen eigenen Wortschatz. Es sind verschiedene Begriffe vorhanden, die zwar im allgemeinen Sprachgebrauch auch gegeben sind, jedoch steuerlich eine ganz bestimmte Bedeutung haben, die sicherlich der Mehrzahl der Steuerzahler in dieser Form nicht bekannt sind. Die gebräuchlichsten Fachbegriffe sollen hier anhand eines Auszugs aus dem Wortlaut des § 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und des Abschnitts 3 der Einkommensteuerrichtlinien (EStR) erläutert werden:

  1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  2. + Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  3. + Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  4. + Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  5. + Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. + Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  7. + sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG
    -----------------------------------------------------------------
  8. = Summe der Einkünfte
  9. - Altersentlastungsbetrag (§ 24a EStG)
  10. - Abzug für Land- und Forstwirte (§ 13 Abs. 3 EStG)
    -----------------------------------------------------------------
  11. = Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 EStG)
  12. - Sonderausgaben (§ 10, § 10b, § 10c EStG)
  13. - außergewöhnliche Belastungen(§ 33 bis § 33c EStG)
  14. - Steuerbegünstigung der zu (eigenen) Wohnzwecken genutzten Wohnungen, Gebäude und Baudenkmale sowie der schutzwürdigen Kulturgüter (§ 10e bis 10i, § 52 Abs. 21 Sätze 4 bis 7 und § 7 FördG)
  15. - Verlustabzug (§ 10d EStG)
    -----------------------------------------------------------------
  16. = Einkommen (§ 2 Abs. 4 EStG)
  17. - Kinderfreibetrag (§ 31, § 32 Abs. 6 EStG)
  18. - Haushaltsfreibetrag (§ 32 Abs. 7 EStG)
  19. - Härteausgleich (§ 46 Abs. 3 EStG)
    -----------------------------------------------------------------
  20. = zu versteuerndes Einkommen (§ 2 Abs. 5 EStG)

zu Nr. 1 bis 7

Es handelt sich hier um die Aufzählung der steuerpflichtigen Arten der Einkünfte. Nur die hier genannten Einkünfte, auf die bei den Erläuterungen zu den einzelnen Einkunftsarten eingegangen wird, unterliegen der Einkommensteuer. Der Begriff Einkünfte ist von den Einnahmen zu unterscheiden. Erst nach Abzug der Kosten von den Einnahmen ergeben sich die Einkünfte aus einer Einkunftsart. Bei den ersten drei Einkunftsarten werden die Kosten allgemein als Betriebsausgaben bezeichnet. Im Rahmen der übrigen vier Einkunftsarten sind die abzuziehenden Kosten unter dem allgemeinen Oberbegriff Werbungskosten zusammengefaßt.

Beispiel: Abgrenzung der Begriffe Einnahmen / Einkünfte, Teil 1
Der Bruttolohn des Arbeitnehmers ist steuerlich als Einnahme zu bezeichnen. Der Bruttolohn abzüglich der Werbungskosten bzw. abzüglich des entsprechenden Arbeitnehmerfreibetrages ergibt die Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit.

Beispiel: Abgrenzung der Begriffe Einnahmen / Einkünfte, Teil 2
Die Zinseinnahmen aus einem Sparbuch stellen die Einnahmen aus Kapitalvermögen dar. Vermindert um die Werbungskosten und den Sparerfreibetrag ergeben sich die Einkünfte aus Kapitalvermögen.

zu Nr. 8

Die Summe der Einkünfte stellt eine Addition der einzelnen Einkünfte aus den sieben Einkunftsarten dar. Hier sollte beachtet werden, daß die eventuell vorhandenen positiven Beträge und die negativen Beträge zu saldieren sind. Im Abschnitt Verlustabzug folgen dazu weitere Erläuterungen.

zu Nr. 9

Beim Altersentlastungsbetrag handelt es sich um eine Steuerermäßigung, die abhängig ist vom Alter des Steuerpflichtigen und von der Einkunftsart bzw. von der Höhe der Einkünfte.

zu Nr. 10

Unter diesem Abzug für Land- und Forstwirte erhalten Steuerpflichtige mit Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft eine besondere Steuerermäßigung. Weitere Erläuterungen folgen im Abschnitt Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft.

zu Nr. 11

Der Gesamtbetrag der Einkünfte ist eine überaus wichtige Größenordnung im Einkommensteuerrecht. Mehrere Berechnungen von Steuerermäßigungen greifen auf diesen Wert zurück. Sie sollten sich in der vorstehenden Tabelle ansehen, an welcher Stelle in der Berechnung des zu versteuernden Einkommens dieser Wert angesiedelt ist. Der Gesamtbetrag der Einkünfte wird unter anderem benötigt bei

  • Ermittlung des Höchstbetrages der abzugsfähigen Spenden (siehe Abschnitt Spenden),
  • Ermittlung des Verlustabzugs (siehe Abschnitt Verlustabzug),
  • Ermittlung der zumutbaren Belastung im Rahmen der Steuerermäßigung wegen außergewöhnlicher Belastung (siehe Abschnitt andere außergewöhnliche Belastungen).

zu Nr. 12

Der Begriff der Sonderausgaben umfaßt mehrere Steuerermäßigungen. Diese einzelnen Ermäßigungen sind teils unbeschränkt abzugsfähig, teils unterliegen sie einem festen Höchstbetrag, teils ist eine gesonderte Höchstbetragsberechnung erforderlich. Unter den Sonderausgaben sind folgende Steuerermäßigungen zu erfassen:

  • Vorsorgeaufwendungen, wie z.B. Beiträge zur Lebensversicherung, Haftpflichtversicherung u.ä.,
  • Renten und dauernde Lasten,
  • Unterhaltszahlungen an getrennt lebenden bzw. geschiedenen Ehegatten,
  • Kirchensteuer,
  • Zinsen für Steuernachforderungen, Stundungszinsen, Aussetzungszinsen,
  • Aufwand für ein hauswirtschaftliches (sozialversicherungspflichtiges) Beschäftigungsverhältnis,
  • Steuerberatungskosten,
  • Berufsausbildungskosten,
  • Schulgeld,
  • Spenden.

Auf die einzelnen oben genannten Vergünstigungen wird in den dazugehörenden Abschnitten näher eingegangen.

zu Nr. 13

ähnlich den Sonderausgaben umfassen die außergewöhnlichen Belastungen mehrere Steuerermäßigungen. Auch diese einzelnen Ermäßigungen sind teils unbeschränkt abzugsfähig, teils unterliegen sie einem festen Höchstbetrag, teils ist eine gesonderte Höchstbetragsberechnung durchzuführen. Unter die außergewöhnlichen Belastungen fallen folgende Steuerermäßigungen:

  • Freibetrag für Behinderte, Hinterbliebene,
  • Haushaltshilfe,
  • Kosten der Heimunterbringung,
  • Pflegepauschbetrag,
  • Unterstützung Angehöriger im In- und Ausland,
  • Ausbildungsfreibetrag,
  • Kinderbetreuungskosten,
  • andere außergewöhnliche Belastung unter Berücksichtigung der zumutbaren Belastung.

Auf die einzelnen Vergünstigungen wird in den einzelnen dazugehörenden Abschnitten näher eingegangen.

zu Nr. 14

Bei der Steuervergünstigung für die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung im eigenen Haus handelt es sich um die allgemein als AfA oder Abschreibung gemäß § 10e EStG bekannten Beträge. (hierzu Weiteres im Abschnitt selbstgenutztes Wohneigentum).

zu Nr. 15

Soweit der Gesamtbetrag der Einkünfte negativ ist, kommt eine steuerliche Vergünstigung unter der Bezeichnung Verlustabzug zum Zuge (näheres im Abschnitt Verlustabzug).

zu Nr. 16

Bei der steuerlichen Größenordnung mit der Bezeichnung Einkommen handelt es sich ähnlich wie beim Gesamtbetrag der Einkünfte um eine Größe, die mehrfach in den steuerlichen Vorschriften genannt wird. Bei verschiedenen Berechnungen und Abgrenzungen wird auf diese Größenordnung Bezug genommen.

zu Nr. 17

Beim Kinderfreibetrag handelt es sich um eine Steuerermäßigung für zu berücksichtigende Kinder. Es sollte beachtet werden, daß weitere steuerliche Entscheidungen und Berechnungen davon abhängen, ob ein Kinderfreibetrag gewährt wird. Somit haben Kinder nicht nur hinsichtlich des Kinderfreibetrags eine steuerliche Auswirkung, sondern auch in weiteren Ermäßigungen wie z.B.:

  • Ausbildungsfreibetrag,
  • Höhe der zumutbaren Belastung im Rahmen der außergewöhnlichen Belastung,
  • Unterstützung Angehöriger als außergewöhnliche Belastung,
  • Haushaltsfreibetrag,
  • Baukindergeld.

Dazu folgen weitere Erläuterungen in den Abschnitten Kindschaftsverhältnis, Kinderfreibetrag, Unterhalt für bedürftige Personen und Ausbildungsfreibetrag.

zu Nr. 18

Der Haushaltsfreibetrag ist eine feste steuerliche Größe, die vereinfacht erklärt für "alleinerziehende" Steuerzahler zu berücksichtigen ist. Dazu folgen weitere Erläuterungen im Abschnitt grundlegende Daten.

Doppelte Beanspruchung des Haushaltsfreibetrages möglich
Ohne weitere Angaben von Ihnen gegenüber dem Finanzamt wird der Haushaltsfreibetrag demjenigen Elternteil zugeordnet, bei dem das Kind zu Beginn des Kalenderjahres gemeldet war. Besitzen Sie mehrere Kinder, können Sie den Haushaltsfreibetrag doppelt beanspruchen, wenn jeweils mindestens ein Kind zuerst in Ihrer Wohnung und in der Wohnung Ihres (Ex-)Partners gemeldet war. Dann erhält nämlich jeder Elternteil einen Haushaltsfreibetrag.

zu Nr. 19

Der sogenannte Härteausgleich ist eine Steuerermäßigung, die bei bestimmten Grenzfällen gewährt wird. Es handelt sich hier um eine der schwierigsten Vorschriften.

Nebeneinkünfte bis zu 410 EUR steuerfrei einnehmen
Haben Sie Nebeneinkünfte, von denen keine Lohnsteuer einbehalten wurde, so müssen Sie diese nicht versteuern, falls Sie sonst nur Arbeitslohn bezogen haben. Der Härteausgleich wird erst durchgeführt, wenn Ihre Nebeneinkünfte zwischen 410 EUR und 820 EUR liegen.

zu Nr. 20

Der sich nach vorstehender kurz erläuterter Berechnung ergebende Betrag wird als zu versteuerndes Einkommen bezeichnet. Das ist die Bemessungsgrundlage, von der die Einkommensteuer (ESt) erhoben wird. Die von diesem Betrag ausgehende weitere Berechnung wird im Abschnitt Steuerberechnung dargestellt.

Abschließend soll hier noch eine Unterscheidung der Begriffe Freibetrag und Freigrenze erfolgen:
Der Freibetrag ist ein Wert, der bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens grundsätzlich gewährt wird. Die Höhe des Betrages ist gesetzlich festgelegt.

Beispiel: Freibeträge

  • Arbeitnehmerfreibetrag 920
  • Sparerfreibetrag 1.370 EUR/ 2.740
  • Kinderfreibetrag 1.824 EUR / 3.648 EUR
  • Haushaltsfreibetrag 1.308

Dagegen handelt es sich bei einer sogenannten Freigrenze um einen Wert, der zu einer Steuerermäßigung führt, wenn eine bestimmte "Grenze" nicht überschritten wird.

Beispiel: Freigrenzen
Gewinne aus Spekulationsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn der aus Spekulationsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 512 betragen hat.

  1. Ein Spekulationsgewinn von 511 EUR ist damit unter Berücksichtigung der Freigrenze steuerfrei.
  2. Ein Spekulationsgewinn in Höhe von 512 ist dagegen in voller Höhe steuerpflichtig.
Der unter b) im Vergleich zu a) genannte um 1 DM höhere Gewinn kann damit sehr "teuer" werden. Unter Berücksichtigung der Einkommensteuer (ESt) und Kirchensteuer (KiSt) kann je nach Höhe der übrigen Einkünfte eine steuerliche Mehrbelastung von mehreren hundert DM ausgelöst werden.

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