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Veranlagung von Ledigen und Eheleuten

Einzelveranlagung
Veranlagung von Eheleuten
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besondere Veranlagung

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Einzelveranlagung

Ledige Steuerpflichtige haben keine großen Wahlmöglichkeiten. Sie können nur einzeln veranlagt werden. Das bedeutet, daß sie als Einzelperson eine Steuererklärung abgeben, und daß die Grundtabelle zur Anwendung kommt.

Eine Ausnahme besteht im Jahr nach einem Todesfall. Waren im Todesjahr die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung gegeben (intakte Ehe), dann wird auch im Jahr nach dem Todesjahr die Splittingtabelle angewendet (sogenanntes Witwensplitting).

Die Splittingtabelle kann auch in folgendem (seltenen) Fall angewendet werden: Die Ehe wird aufgelöst (Scheidung, Tod, Aufhebung) und die bisherigen Ehegatten hätten die Zusammenveranlagung wählen können. Da dies nur bei intakter Ehe möglich ist, müsste entweder die Ehe ohne Trennungsjahr geschieden oder aufgehoben worden sein, oder es müsste sich um einen Todesfall handeln. Weiterhin müsste der andere Ehegatte wieder geheiratet haben und der der Ehegatte und seiner neuer Ehegatte müssten die Zusammenveranlagung wählen können. In diesem Falle wird der verbleibende Ehegatte nach der Splittingtabelle besteuert.

Beispiel
Max und Melanie leben im Jahre 1 bis zum 30.6. zusammen. Am 1.7. werden sie geschieden, ohne vorher ein Trennungsjahr verlebt zu haben. Sie könnten im Jahr zusammenveranlagt werden. Melanie heiratet im August Stefan. Melanie und Stefan wählen die Zusammenveranlagung, da sie beide in intakter Ehe leben.
Für Max wird die Splittingtabelle angewendet, da er und Melanie die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung erfüllen (intakte Ehe bis 30.6.), die Ehe geschieden wurde und Melanie mit ihrem neuen Ehepartner Stefan die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung erfüllt.

Veranlagung von Eheleuten

Anders als Ledige, haben Eheleute ein Wahlrecht, wie sie veranlagt werden wollen bzw. welche Steuertabellen angewendet werden sollen.

Um überhaupt ein Wahlrecht zu haben, müssen beide Ehegatten unbeschränkt steuerpflichtig sein. Außerdem muß die Ehe mindestens einen Tag im Jahr intakt gewesen sein, d.h. die Ehegatten dürfen nicht dauernd getrennt leben.

Unter dauernd getrennt leben versteht man die Trennung von Tisch und Bett bzw. die Aufhebung der ehelichen Lebensgemeinschaft. Eine vorübergehende räumliche Trennung, etwa bei einem beruflich bedingten Auslandsaufenthalts eines Ehegatten, führt nicht zur Aufhebung der ehelichen Lebensgemeinschaft. Auch eine längere Trennung muß nicht zur Aufhebung der Lebensgemeinschaft führen, wenn die Ehegatten die eheliche Verbindung aufrecht erhalten, etwa bei längerem Krankenhausaufenthalt oder bei Verbüßung einer Freiheitsstrafe.

Treffen diese Voraussetzungen nicht zu, dann werden beide Ehegatten einzeln (wie Ledige) veranlagt. Dies ist etwa der Fall, wenn die Ehegatten während des ganzen Jahres dauernd getrennt ("von Tisch und Bett") gelebt haben.

Zusammenveranlagung

Wenn keine besonderen Erklärungen abgegeben werden, dann werden die Eheleute zusammenveranlagt. Die Wahl kann auch die Abgabe einer gemeinsamen Steuererlkärung ausgeübt werden.

Bei der Zusammenveranlagung werden die Einkünfte der Ehegatten einzeln ermittelt, dann zusammengerechnet und die Ehegatten wie ein Steuerpflichtiger behandelt. Insbesondere findet die Splittingtabelle Anwendung. Diese Verfahrensweise ist in der weitaus größten Zahl der Fälle die für die Ehegatten günstigste Variante.

getrennte Veranlagung

Ehegatten werden getrennt veranlagt, wenn einer der Ehegatten die getrennte Veranlagung wählt. Die Wahl kann beim Finanzamt schriftlich oder zu zu Protokoll abgegenen werden. Die einfachste Methode ist die Abgabe einer Steuererklärung, in der auf der ersten Seite des Mantelbogens die getrennte Veranlagung gewhählt wird.

Bei der getrennten Veranlagung gibt jeder Ehegatte eine eigene Steuererlkärung ab. Die von ihm erzielten Einkünfte werden nur ihm zugerechnet und nicht mit denen des anderen Ehegatten verrechnet oder zusammengerechnet. Es findet auch die Grundtabelle Anwendung. Im Ergebnis entspricht die getrennte Veranlagung der Veranlagung von zwei Ledigen.

Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen werden in der Höhe angesetzt, die sich bei einer Zusammenveranlagung ergeben würde. Die verschiedenen Höchstbetragsberechnungen lassen sich also nicht durch eine getrennte Veranlagung umgehen. Die Beträge werden bei jedem Ehegatten zur Hälfte angesetzt. Es kann aber auch eine andere Verteilung (in der Steuerererklärung) beantragt werden.

Mit einer getrennten Veranlagung kann man nicht auf Umwegen zu einem Haushaltsfreibetrag (Steuerklasse II) kommen. Denn Voraussetzung für einen Haushaltsfreibetrag ist ein Steuerzahler, der nicht das Wahlrecht zur Zusammenveranlagung oder getrennten Veranlagung hat.

besondere Veranlagung

Die besondere Veranlagung kann nur im Jahr der Heirat gewählt werden. Wie auch die getrennte Veranlagung muß sie gesondert (durch Abgabe entsprechender Steuererklärungen) beantragt werden.

Die besondere Veranlagung ist eine spezielle Form der getrennten Veranlagung. Die Ehegatten werden so behandelt, als ob sie nicht geheiratet hätten. Die Folge sind wieder zwei Steuererklärungen und die Veranlagung wie zwei Ledige. Allerdings kann es günstiger sein, im Jahr der Heirat so behandelt zu werden, als ob man nicht geheiratet hötte. Denn so kann unter Umständen der Haushaltsfreibetrag gewährt werden, oder das Witwensplitting zu Anwendung kommen.

Beispiel: besondere Veranlagung
Stefan und Heike heiraten im Jahre 01. Sowohl Stefan als auch Heike haben ein Kind aus erster Ehe. Bei beiden ist auf der Lohnsteuerkarte die Steuerklasse II (Haushaltsfreibetrag) eingetragen.
Stefan und Heike wählen für 01 die besondere Veranlagung. Damit geben beide jeweils eine getrennte Steuererklärung ab. Dadurch behalten beide den Haushaltsfreibetrag, der im Falle der Zusammenveranlagung entfallen würde.

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