-Anzeige-

SteuerThek
Onlinenachschlagewerk für alle Steuerzahler

Steuern | Behördenwegweiser | Internetfallen

Steuererklärung
Zusatzinfos
Bonus
Steuererklärung Online & Steuerbrief
sonstiges
Suchen
 
Web SteuerThek

Miteigentum

Miteigentum bei Zwei- oder Mehrfamilienhäusern

Diese Regelung ist mittlerweile durch Zeitabauf überholt. Bitte schauen Sie im Bereich Eigenheimzulage.

Miteigentümer eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung - mit Ausnahme von zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Ehegatten, die für die Ermittlung des Abzugsbetrags eine Einheit bilden (§ 26b EStG) - können die Abzugsbeträge bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen höchstens im Verhältnis ihrer Miteigentumsanteile in Anspruch nehmen (§ 10e Abs. 1 Satz 6 EStG). Eine abweichende Vereinbarung der Miteigentümer ist einkommensteuerrechtlich unbeachtlich (vgl. BFH vom 25.8.1992 - BStBl 1993 II S. 105 und vom 1.6.1994 - BStBl II S. 752). Die Aufteilung ist unabhängig davon, ob alle Miteigentümer das Objekt zu eigenen Wohnzwecken nutzen.

Miteigentum bei Zwei- oder Mehrfamilienhäusern

Bewohnen Miteigentümer eines Zwei- oder Mehrfamilienhauses - mit Ausnahme von zusammenveranlagten Ehegatten - eine Wohnung gemeinsam, ist § 10e Abs. 1 Satz 6 EStG anzuwenden.

Bewohnt ein Miteigentümer eines Zwei- oder Mehrfamilienhauses eine Wohnung alleine, kann er die Abzugsbeträge nach § 10e EStG in Anspruch nehmen, soweit der Wert des Miteigentumsanteils den Wert der zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung einschließlich des dazugehörenden Grund und Bodens nicht übersteigt. Der Wert einer Wohnung einschließlich des dazugehörenden Grund und Bodens entspricht in der Regel dem Wert des Miteigentumsanteils, wenn der Nutzflächenanteil der Wohnung am Gesamtgebäude dem Miteigentumsanteil entspricht. Weicht der Anteil der Nutzfläche vom Miteigentumsanteil ab, spricht eine widerlegbare Vermutung dafür, daß der Wert der Wohnung dem Miteigentumsanteil entspricht, wenn keine Ausgleichszahlung vereinbart ist. Sind die Miteigentümer Angehörige, gilt dies nur, wenn auch Fremde auf Ausgleichszahlungen verzichten würden.

Beispiel:
A hat gemeinsam mit B im Veranlagungszeitraum 1993 ein Zweifamilienhaus (Miteigentumsanteile je 50%) mit zwei gleich großen Wohnungen, von denen A eine zu eigenen Wohnzwecken nutzt, errichtet. Die Gesamtherstellungskosten zuzüglich der Hälfte der Anschaffungskosten für den dazugehörenden Grund und Boden haben 800.000 DM betragen. Hiervon entfallen auf A entsprechend seinem Miteigentumsanteil an dem Haus 400.000 DM. Da dieser Betrag dem Wert der zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung einschließlich der Hälfte des dazu gehörenden Grund und Bodens entspricht, ist der Abzugsbetrag, den A in Anspruch nehmen kann, wie folgt zu berechnen:
1993 bis 1996: 6% der Bemessungsgrundlage von 400.000 DM = 24.000 DM, höchstens jedoch 19.800 DM,
1997 bis 2000: 5% der Bemessungsgrundlage von 400.000 DM = 20.000 DM, höchstens jedoch 16.500 DM.

Beispiel:
Wie obiges Beispiel. Die von A zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung ist 120 m², die von B zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung ist 80 m² groß. Das Wertverhältnis der Wohnungen entspricht der jeweiligen m²-Zahl. A zahlt an B eine Ausgleichszahlung.
Von den Gesamtherstellungskosten zuzüglich der Hälfte der Anschaffungskosten für den Grund und Boden sind A entsprechend seinem Miteigentumsanteil 400.000 DM zuzurechnen. Auf die von ihm genutzte Wohnung entfallen 480.000 DM. Er nutzt demnach seine Wohnung zu 5/6 (400.000 DM : 480.000 DM) kraft eigenen Rechts. A kann nur Abzugsbeträge in Höhe von 5/6 der auf ihn entfallenden Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten, höchstens aber aus 5/6 von 330.000 DM (1993 bis 1996 = 6% von 275.000 DM = 16.500 DM, 1997 bis 2000 = 5% von 275.000 DM = 13.750 DM) geltend machen.
Auf B entfallen entsprechend seinem Miteigentumsanteil 400.000 DM, auf die von ihm eigengenutzte Wohnung 320.000 DM. B erhält die Förderung nach § 10e EStG aus 320.000 DM.

Beispiel:
Wie obiges Beispiel: Die von A und B zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnungen sind 125 m² und 75 m² groß. Bei der von B genutzten 75 m² großen Wohnung handelt es sich um eine luxuriös ausgestattete Dachgeschoßwohnung. Ausgleichszahlungen zwischen den nicht verwandten A und B sind nicht vereinbart worden. Es ist davon auszugehen, daß der Wert der Miteigentumsanteile dem Wert der jeweiligen Wohnungen entspricht. A kann daher Abzugsbeträge wie in Beispiel 1 in Anspruch nehmen.

Die zulässigen Abzugsbeträge können von den Miteigentümern, die die Voraussetzungen des § 10e EStG erfüllen, dem Grunde (Objektwahl) und der Höhe (z.B. Nachholung) nach unterschiedlich geltend gemacht werden.

zurück zur Übersicht


Immobilienbesitzer
          Eigenheimförderung (Anlage FW)
            
              Miteigentum