-Anzeige-

SteuerThek
Onlinenachschlagewerk für alle Steuerzahler

Steuern | Behördenwegweiser | Internetfallen

Steuererklärung
Zusatzinfos
Bonus
Steuererklärung Online & Steuerbrief
sonstiges
Suchen
 
Web SteuerThek

Folgeobjekt

Diese Regelung ist mittlerweile durch Zeitabauf überholt. Bitte schauen Sie im Bereich Eigenheimzulage.

Der Steuerpflichtige kann bei einer weiteren eigenen Wohnung oder bei einem Ausbau oder einer Erweiterung einer eigenen Wohnung (Folgeobjekt) Abzugsbeträge in Anspruch nehmen, wenn er beim Erstobjekt die Abzugsbeträge deshalb nicht weiter in Anspruch nehmen konnte, weil er es nicht bis zum Ablauf des Abzugszeitraums zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat.

Das Folgeobjekt stellt ein eigenständiges Objekt im Sinne des § 10e Abs. 1 oder 2 EStG dar. Es ist daher § 10e EStG in der jeweils für das Folgeobjekt gültigen Fassung maßgebend.

Beispiel:
Der Steuerpflichtige veräußert sein zum 1.7.1991 hergestelltes, zu eigenen Wohnzwecken genutztes Einfamilienhaus in 1993. Für 1991 bis 1993 hat er Abzugsbeträge nach § 10e Abs. 1 EStG jeweils bis zu 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens bis zu 16.500 DM, in Anspruch genommen. Ab 1.1.1994 (übergang Nutzen und Lasten) bewohnt er ein Folgeobjekt (Kaufvertrag vom 15.12.1993). Der Abzugszeitraum beim Folgeobjekt ist um drei Jahre (1991 bis 1993) zu kürzen. Von der Bemessungsgrundlage des Folgeobjekts kann der Steuerpflichtige

  • 1994 bis zu 6%, höchstens 19.800 DM, sowie
  • 1995 bis 1998 bis zu 5%, höchstens jeweils bis zu 16.500 DM abziehen.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Abzugsbeträge bei einem Folgeobjekt ist, daß der Steuerpflichtige das zu eigenen Wohnzwecken genutzte Folgeobjekt, bei dem er Abzugsbeträge in Anspruch nehmen will, innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren nach und zwei Jahren vor dem Ende des Kalenderjahres angeschafft oder hergestellt hat, in dem er das Erstobjekt letztmals zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat.

Beispiel:
Der Steuerpflichtige veräußert oder vermietet sein 1992 hergestelltes, zu eigenen Wohnzwecken genutztes Einfamilienhaus am 1.6.1995. Für 1992 bis 1995 hat er die Abzugsbeträge nach § 10e EStG in Anspruch genommen. Bei einem weiteren Objekt kann er Abzugsbeträge in Anspruch nehmen, wenn er dieses

  • nach dem 31.12.1993 und
  • vor dem 1. Januar 1999

hergestellt oder angeschafft und in dem jeweils in Betracht kommenden Jahr des Abzugszeitraums zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat.

Erstobjekte können sowohl Objekte nach § 10e EStG und § 15b Abs. 1 BerlinFG als auch solche nach § 7b EStG und § 15 Abs. 1 BerlinFG sein.

Hat der Steuerpflichtige für das Erstobjekt erhöhte Absetzungen nach § 7b EStG oder § 15 Abs. 1 BerlinFG bzw. diesen entsprechende Beträge nach § 52 Abs. 21 Satz 4 EStG in Anspruch genommen, kann er Abzugsbeträge nach § 10e EStG für ein Folgeobjekt nur geltend machen, wenn ihm das Erstobjekt nicht bis zum Ablauf des Zeitraums zuzurechnen war, für den erhöhte Absetzungen oder diesen entsprechende Beträge zulässig sind. Ein Verzicht auf die weitere Geltendmachung der erhöhten Absetzungen oder der diesen entsprechenden Beträge berechtigt nicht zur Inanspruchnahme der Steuerbegünstigung nach § 10e EStG.

Bemessungsgrundlage für die Abzugsbeträge beim Folgeobjekt nach § 10e Abs. 1 EStG sind dessen Herstellungs- oder Anschaffungskosten zuzüglich der Hälfte der Anschaffungskosten des dazugehörenden Grund und Bodens, in den Fällen des § 10e Abs. 2 EStG nur dessen Herstellungskosten. Der Steuerpflichtige hat beim Folgeobjekt die Nachhol- und Rückbeziehungsmöglichkeit nach § 10e Abs. 3 EStG mit der Besonderheit, daß abweichend von § 10e Abs. 1 Satz 1 EStG bei dem Folgeobjekt der Abzugszeitraum frühestens mit Ablauf des Veranlagungszeitraums beginnt, in dem der Steuerpflichtige das Erstobjekt letztmals zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat (§ 10e Abs. 4 Satz 5 2. Halbsatz EStG).

Beispiel:
Der Steuerpflichtige hat für sein 1991 hergestelltes und am 1.6.1993 veräußertes Einfamilienhaus (Bemessungsgrundlage 240.000 DM) Abzugsbeträge für die Veranlagungszeiträume 1991 bis 1993 in Anspruch genommen. 1992 hat er ein weiteres Objekt angeschafft (Bemessungsgrundlage 400.000 DM), das er ab 1.6.1993 zu eigenen Wohnzwecken nutzt. Bei diesem beginnt der Abzugszeitraum erst 1994. Der Steuerpflichtige kann, wenn er das Folgeobjekt in dem jeweiligen Jahr des Abzugszeitraums zu eigenen Wohnzwecken nutzt, Abzugsbeträge von einer Bemessungsgrundlage von 330.000 DM für 1994 bis einschließlich 1998 in Anspruch nehmen. Dabei hat er die Möglichkeit, nicht ausgenutzte Abzugsbeträge für 1994 bis 1997 bis zum Ende des Abzugszeitraums nachzuholen.

Abzugsbeträge, die der Steuerpflichtige beim Erstobjekt nicht in Anspruch genommen hat, kann er beim Folgeobjekt nicht nachholen.

Der Abzugszeitraum nach § 10e Abs. 1 EStG ist um die Anzahl der Veranlagungszeiträume zu kürzen, in denen der Steuerpflichtige für das Erstobjekt Abzugsbeträge hätte in Anspruch nehmen können. In die Kürzung sind auch die Veranlagungszeiträume einzubeziehen, in denen die Einkunftsgrenze überschritten wird oder der Steuerpflichtige Abzugsbeträge für das Erstobjekt wegen fehlender Nutzung zu eigenen Wohnzwecken nicht abziehen konnte; das gilt jedoch nicht für die Veranlagungszeiträume, die auf den Veranlagungszeitraum der letztmaligen Nutzung zu eigenen Wohnzwecken folgen.

Beispiel:
Der Steuerpflichtige hat für ein Einfamilienhaus, das er im November 1991 angeschafft und nur 1992 und 1993 zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat, für 1992 und 1993 Abzugsbeträge nach § 10e Abs. 1 EStG in Anspruch genommen. Ab 1.1.1996 bewohnt er ein Folgeobjekt. Der Abzugszeitraum bei diesem Objekt ist um drei Jahre (1991 bis 1993) zu kürzen.

Kommen für das Folgeobjekt Abzugsbeträge von jeweils bis zu 6% der Bemessungsgrundlage in Betracht, kann der Steuerpflichtige diese erhöhten Abzugsbeträge nur noch für die vom Erstobjekt verbliebenen Jahre geltend machen.

Beispiel:
Der Steuerpflichtige veräußert sein zum 1.7.1991 hergestelltes, zu eigenen Wohnzwecken genutztes Einfamilienhaus am 1.6.1992. 1991 und 1992 hat er Abzugsbeträge nach § 10e Abs. 1 EStG in Höhe von 16.500 DM, in Anspruch genommen. Ab 1.8.1994 (übergang Nutzen und Lasten) bewohnt er ein vor 20 Jahren errichtetes Folgeobjekt (Kaufvertrag vom 15.7.1994). Der Abzugszeitraum beim Folgeobjekt ist um zwei Jahre (1991 und 1992) zu kürzen. Von der Bemessungsgrundlage des Folgeobjekts kann der Steuerpflichtige 1994 und 1995 bis zu 6%, höchstens bis zu 9.000 DM, 1996 bis 1999 bis zu 5%, höchstens bis zu 7.500 DM abziehen.

Hat der Steuerpflichtige auch das Folgeobjekt nicht bis zum Ablauf des Abzugszeitraums zu eigenen Wohnzwecken genutzt, ist die Inanspruchnahme der Abzugsbeträge bei einem dritten Objekt nicht zulässig. Ein drittes Objekt liegt auch vor, wenn das Erstobjekt wieder zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird.

Ehegatten, bei denen die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG vorliegen und die bisher nur bei einem Objekt Abzugsbeträge nach § 10e EStG in Anspruch genommen haben, können wählen, ob ein innerhalb des in § 10e Abs. 4 Satz 4 EStG bezeichneten Zeitraums hergestelltes oder angeschafftes Objekt als Folgeobjekt im Sinne des § 10e Abs. 4 Satz 4 EStG oder als zweites Objekt im Sinne des § 10e Abs. 4 Satz 2 EStG gelten soll.

Ein Folgeobjekt stellt ein eigenständiges Objekt i.S. des § 10e Abs. 1 oder Abs. 2 EStG dar. Deshalb kann für ein Folgeobjekt auch ein Abzugsbetrag von 6% in Frage kommen, auch wenn das Erstobjekt nur mit 5% begünstigt war.

Da das Folgeobjekt ein eigenständiges Objekt darstellt, ist auch ein Schuldzinsenabzug nach § 10e Abs. 6a EStG beim Vorliegen der Voraussetzungen gegeben. Ebenso sind die Einkunftsgrenzen nach § 10e Abs. 5a EStG und die Höchstbemessungsgrundlage beim Erwerb von Altbauten ab dem Veranlagungszeitraum 1994 (150.000 DM) zu beachten.

Beim Folgeobjekt sind vor Bezug der Wohnung angefallene Aufwendungen nach § 10e Abs. 6 EStG zu berücksichtigen. Die Abzugsbeschränkung nach § 10e Abs. 6 Satz 3 EStG gilt entsprechend.

zurück zur Übersicht


Immobilienbesitzer
            Eigenheimförderung (Anlage FW)
              Folgeobjekt