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Abgrenzung des Gewerbebetriebs von der selbständigen Arbeit

Beispiele für selbständige Arbeit
Beispiele für Gewerbebetrieb

  • Beispiele für selbständige Arbeit
  • Beispiele für Gewerbebetrieb

Die für einen Gewerbebetrieb geltenden positiven Voraussetzungen

  • Selbständigkeit
  • Nachhaltigkeit
  • Gewinnerzielungsabsicht
  • Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr
gelten auch für die selbständige Arbeit. Erfordert die Ausübung eines in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannten Berufes eine gesetzlich vorgeschriebene Berufsausbildung, so übt nur derjenige, der auf Grund dieser Berufsausbildung berechtigt ist, die betreffende Berufsbezeichnung zu führen, diesen Beruf aus (BFH vom 1.10.1986, BStBl 1987 II S. 116).

Beispiele für selbständige Arbeit

  • EDV-Berater übt nur im Bereich der Systemtechnik - nicht bei Entwicklung - ingenieurähnliche Tätigkeit aus (BFH vom 7.12.1989, BStBl 1990 II S. 337 und vom 7.11.1991, BStBl 1993 II S. 324),
  • Hebamme (RFH vom 5.1.1938, RStBl S. 429),
  • Heilmasseur (BFH vom 24.1.1985, BStBl II S. 676),
  • Industrie-Designer; auch im Bereich zwischen Kunst und Gewerbe kann gewerblicher Verwendungszweck eine künstlerische Tätigkeit nicht ausschließen (BFH vom 14.12.1976, BStBl 1977 II S. 474),
  • Insolvenzverwalter; Wirtschaftsprüfer / Steuerberater ist als Insolvenzverwalter freiberuflich tätig, wenn diese Tätigkeit isoliert als eine sonstige selbständige Tätigkeit anzusehen ist (BFH vom 11.8.1994, BStBl II S. 936),
  • Kfz-Sachverständiger, dessen Gutachtertätigkeit mathematisch-technische Kenntnisse voraussetzt, wie sie üblicherweise nur durch eine Berufsausbildung als Ingenieur erlangt werden (BFH vom 10.11.1988, BStBl 1989 II S. 198),
  • Kindererholungsheim; der Betrieb eines Kindererholungsheims kann ausnahmsweise eine freiberufliche Tätigkeit darstellen, wenn die Kinder in erster Linie zum Zweck einer planmäßigen körperlichen, geistigen und sittlichen Erziehung auswärts untergebracht sind und die freiberufliche Tätigkeit der Gesamtleistung des Heimes das Gepräge gibt (BFH vom 9.4.1975, BStBl II S. 610),
  • Kompaßkompensierer auf Seeschiffen (BFH vom 14.11.1957, BStBl 1958 III S. 3),
  • Kunsthandwerker, der von ihm selbst entworfene Gegenstände herstellt (BFH vom 26.9.1968, BStBl 1969 II S. 70); handwerkliche und künstlerische Tätigkeit können nebeneinander vorliegen (BFH vom 11.7.1991, BStBl II S. 889),
  • Modeschöpfer; beratende Tätigkeit eines im übrigen als Künstler anerkannten Modeschöpfers kann künstlerisch sein (BFH vom 2.10.1968, BStBl 1969 II S. 138),
  • Patentberichterstatter mit wertender Tätigkeit (BFH vom 2.12.1970, BStBl 1971 II S. 233),
  • Prozeßagent (RFH vom 7.12.1938, RStBl 1939 S. 215),
  • Schiffseichaufnehmer (BFH vom 5.11.1970, BStBl 1971 II S. 319),
  • Synchronsprecher, der bei der Synchronisierung ausländischer Spielfilme mitwirkt (BFH vom 3.8.1978, BStBl 1979 II S. 131 und vom 12.10.1978, BStBl 1981 II S. 706),
  • Tanz- und Unterhaltungsorchester, wenn es einen bestimmten Qualitätsstandard erreicht (BFH vom 19.8.1982, BStBl 1983 II S. 7),
  • Werbung; Tätigkeit eines Künstlers im Bereich der Werbung kann künstlerisch sein, wenn sie als eigenschöpferische Leistung zu werten ist (BFH vom 11.7.1991, BStBl 1992 II S. 353),
  • Zahnpraktiker (BFH vom 19.10.1965, BStBl III S. 692),
  • Zwangsverwalter; die Tätigkeit fällt in der Regel unter § 18 Abs. 1 Nr. 3
  • EStG. Die Tätigkeit ist gewerblich, wenn er gewerblich tätige Verwaltungsgesellschaften als Erfüllungsgehilfen einschaltet (BFH vom 23.5.1984, BStBl II S. 823).

Beispiele für Gewerbebetrieb

  • Anlageberater / Finanzanalyst (BFH vom 2.9.1988, BStBl 1989 II S. 24),
  • ärztepropagandist (BFH vom 27.4.1961, BStBl III S. 315),
  • Apotheken-Inventurbüro (BFH vom 15.6.1965, BStBl III S. 556),
  • Apothekenrezeptabrechner (BFH vom 28.3.1974, BStBl II S. 515),
  • Architekt, der bei Ausübung einer beratenden Tätigkeit an der Vermittlung von Geschäftsabschlüssen mittelbar beteiligt ist (BFH vom 14.6.1984, BStBl 1985 II S. 15),
  • Artist (BFH vom 16.3.1951, BStBl III S. 97),
  • Baubetreuer (Bauberater), die sich lediglich mit der wirtschaftlichen (finanziellen) Betreuung von Bauvorhaben befassen (BFH vom 29.5.1973, BStBl 1974 II S. 447 und vom 30.5.1973, BStBl II S. 668),
  • Bauleiter (BFH vom 22.1.1988, BStBl II S. 497),
  • Beratungsstellenleiter eines Lohnsteuerhilfevereins (BFH vom 10.12.1987, BStBl 1988 II S. 273),
  • Berufssportler (BFH vom 22.1.1964, BStBl III S. 207),
  • Bezirksschornsteinfegermeister (RFH vom 5.1.1938, RStBl S. 429),
  • Bodybuilding-Studio, wenn unterrichtende Tätigkeit nur die Anfangsphase der Kurse prägt und im übrigen den Kunden Trainingsgeräte zur freien Verfügung stehen (BFH vom 18.4.1996, BStBl II S. 573),
  • Buchmacher (RFH vom 22.2.1939, RStBl S. 576),
  • Bühnenvermittler (BFH vom 15.4.1970, BStBl II S. 517),
  • Detektiv (RFH vom 15.7.1942, RStBl S. 989),
  • Dispacheur (BFH vom 26.11.1992, BStBl 1993 II S. 235),
  • EDV-Berater im Bereich der Anwendersoftwareentwicklung übt keine ingenieurähnliche Tätigkeit aus (BFH vom 7.12.1989, BStBl 1990 II S. 337 und vom 7.11.1991, BStBl 1993 II S. 324); Gewerbetreibender ist auch ein EDV-Berater, der die Benutzer eines Softwareproduktes vor, bei und nach dem erstmaligen Einsatz betreut (BFH vom 24.8.1995, BStBl II S. 888),
  • Erbensucher (BFH vom 24.2.1965, BStBl III S. 263),
  • Fahrschule, wenn der Inhaber nicht die Fahrlehrererlaubnis besitzt (BFH vom 4.10.1966, BStBl III S. 685),
  • Finanz- und Kreditberater (BFH vom 13.4.1988, BStBl II S. 666),
  • Fitness-Studio; keine unterrichtende Tätigkeit, wenn Kunden im wesentlichen in Gerätebedienung eingewiesen und Training in Einzelfällen überwacht wird (BFH vom 13.1.1994, BStBl II S. 362),
  • Fotomodell (BFH vom 8.6.1967, BStBl III S. 618),
  • Gutachter auf dem Gebiet der Schätzung von Einrichtungsgegenständen und Kunstwerken (BFH vom 22.6.1971, BStBl II S. 749),
  • Havariesachverständige (BFH vom 22.6.1965, BStBl III S. 593),
  • Heileurhythmist (BFH vom 21.6.1990, BStBl II S. 804),
  • Hellseher (BFH vom 30.3.1976, BStBl II S. 464),
  • Hersteller künstlicher Menschenaugen (BFH vom 25.7.1968, BStBl II S. 662),
  • Industriepropagandisten (RFH vom 25.3.1938, RStBl S. 733),
  • Ingenieure als Werber für Lieferfirmen (RFH vom 30.8.1939, RStBl 1940 S. 14),
  • Inventurbüro (BFH vom 28.11.1968, BStBl 1969 II S. 164),
  • Kfz-Sachverständige ohne Ingenieurexamen, dessen Tätigkeit keine mathematisch-technischen Kenntnisse wie die eines Ingenieurs voraussetzt (BFH vom 9.7.1992, BStBl 1993 II S. 100),
  • Klavierstimmer (BFH vom 22.3.1990, BStBl II S. 643),
  • Konstrukteur, der überwiegend Bewehrungspläne fertigt (BFH vom 5.10.1989, BStBl 1990 II S. 73),
  • Krankenpflegehelfer (BFH vom 26.8.1993, BStBl II S. 887),
  • Kükensortierer (BFH vom 16.8.1955, BStBl III S. 295),
  • Künstleragenten (BFH vom 18.4.1972, BStBl II S. 624),
  • Makler (RFH vom 1.6.1938, RStBl S. 842),
  • Marktforschungsberater (BFH vom 27.2.1992, BStBl II S. 826),
  • Masseur, der lediglich oder überwiegend kosmetische oder Schönheitsmassagen durchführt (BFH vom 26.11.1970, BStBl 1971 II S. 249),
  • Medizinische Bademeister, wenn er nicht auch zur Feststellung des Krankheitsbefunds tätig wird oder persönliche Heilbehandlungen am Körper des Patienten, z.B. Unterwassermassage, vornimmt (BFH vom 26.11.1970, BStBl 1971 II S. 249),
  • Medizinischer Fußpfleger (BFH vom 7.7.1976, BStBl II S. 621),
  • Probenehmer für Erze, Metalle und Hüttenerzeugnisse (BFH vom 14.11.1972, BStBl 1973 II S. 183),
  • Rechtsbeistand, der mit Genehmigung des Landgerichtspräsidenten Auszüge aus Gerichtsakten für Versicherungsgesellschaften fertigt (BFH vom 18.3.1970, BStBl II S. 455),
  • Rezeptabrechner für Apotheken (BFH vom 28.3.1974, BStBl II S. 515),
  • Rundfunkermittler, der im Auftrag einer Rundfunkanstalt Schwarzhörer aufspürt (BFH vom 27.6.1978, BStBl 1979 II S. 53 und vom 14.12.1978, BStBl 1979 II S. 188),
  • Rundfunksprecher entfaltet in der Regel keine künstlerische Tätigkeit (BFH vom 20.6.1962, BStBl III S. 385 und vom 24.10.1963, BStBl III S. 589),
  • Schadensregulierer im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft (BFH vom 29.8.1961, BStBl III S. 505),
  • Schiffssachverständiger, wenn er überwiegend reine Schadensgutachten (im Unterschied zu Gutachten über Schadens- und Unfallursachen) erstellt (BFH vom 21.3.1996, BStBl II S. 518),
  • Treuhänderische Tätigkeit eines Rechtsanwaltes für Bauherrengemeinschaften (BFH vom 1.2.1990, BStBl II S. 534),
  • Vereidigter Kursmakler (BFH vom 13.9.1955, BStBl III S. 325),
  • Versicherungsvertreter, selbständiger; übt auch dann eine gewerbliche Tätigkeit aus, wenn er nur für ein einziges Versicherungsunternehmen tätig sein darf (BFH vom 26.10.1977, BStBl 1978 II S. 137),
  • Versteigerer (BFH vom 24.1.1957, BStBl III S. 106),
  • Vortragswerber (BFH vom 5.7.1956, BStBl III S. 255),
  • Werbeberater (BFH vom 16.1.1974, BStBl II S. 293).
  • Wirtschaftswissenschaftler, der sich auf ein eng begrenztes Tätigkeitsgebiet, z.B. die Aufnahme und Bewertung von Warenbeständen in einem bestimmten Wirtschaftszweig, spezialisiert und diese Tätigkeit im wesentlichen von zahlreichen Hilfskräften in einem unternehmensartig organisierten Großbüro ausführen läßt (BFH vom 28.11.1968, BStBl 1969 II S. 164),
  • Zolldeklarant (BFH vom 21.9.1989, BStBl 1990 II S. 153).

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