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Verlustabzug

Der Verlustabzug, der aus dem Verlustrücktrag und dem Verlustvortrag besteht, wir in § 10d EStG geregelt. Der Abzug ist bei allen Steuerpflichtigen von Amts wegen (ohne besonderen Antrag) vorzunehmen, bei denen Verluste aus den Einkunftsarten im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 7 EStG bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden. Zur Verdeutlichung wird in diesem Zusammenhang auf das nachfolgende Berechnungsschem verwiesen.

  • 1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • 2. + Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • 3. + Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  • 4. + Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  • 5. + Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • 6. + Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • 7. + sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG
  • 8. = Summe der Einkünfte aus den Einkunftsarten
  • = Summe der Einkünfte
  • 9. - Altersentlastungsbetrag
  • 10. - Abzug für Land- und Forstwirte
  • 11. = Gesamtbetrag der Einkünfte

Abziehbar ist hiernach der Betrag, der sich bei Zusammenrechnung der positiven und negativen Einkünfte aus allen Einkunftsarten (siehe oben) unter Berücksichtigung aller Hinzurechnungs- und Abzugsbeträge ergibt, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte anzusetzen sind. Der nach § 10d EStG abziehbare Betrag entspricht also dem negativen Gesamtbetrag der Einkünfte.

Steuerfreie Einnahmen sind bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht zu berücksichtigen. Das gilt z.B. für steuerfreie Zinseinnahmen im Sinne des § 3a EStG (BFH-Urteil vom 28.7.1959 - BStBl 1959, Teil III, Seite 366), für schachtelbegünstigte Einnahmen (BFH-Urteil vom 3.7.1963 - BStBl 1963, Teil III, Seite 464), für steuerfreie Sanierungsgewinne (BFH-Beschluß vom 15.7.1968 - BStBl 1968, Teil II, Seite 666, und BFH-Urteil vom 27.9.1968 - BStBl 1969, Teil II, Seite 102) und für steuerfreie Veräußerungsgewinne (laut BFH-Urteil vom 16.12.1975 - BStBl 1976, Teil II, Seite 360).

übersteigt die Summe der abzugsfähigen Sonderausgaben und der sonstigen vom Gesamtbetrag der Einkünfte abzuziehenden Beträge den Gesamtbetrag der Einkünfte, so ist der Abzug in der Reihenfolge vorzunehmen, die für den Steuerpflichtigen am günstigsten ist. Danach ist der Verlustabzug in der Regel zuletzt zu berücksichtigen.

Der Verlust kann auf den vorangegangenen Veranlagungszeitraum zurückgetragen werden. Bis 1998 konnte auch auf das vorletzte Jahr zurückgetragen werden. Der Rücktrag ist betragsmäßig auf 0,5 Millionen EUR beschränkt. Ein Verlustvortrag (also Abzug in einem folgenden Jahr) unterliegt keiner betragsmäßigen Beschränkung.

Soll bei einem Arbeitnehmer ein Verlustabzug berücksichtigt werden, so muß der Arbeitnehmer die Veranlagung beantragen, es sei denn, daß er bereits aus anderen Gründen zur Einkommensteuer veranlagt wird.

Mit der Gewährung des Verlustrücktrags ist insoweit eine Durchbrechung der Bestandskraft des für das Rücktragsjahr ergangenen Steuerbescheids verbunden. Dies gilt jedoch nur anteilig für den Bereich, der durch den Verlustrücktrag berührt wird.

Beispiel: Verlustabzug
Der Gesamtbetrag der Einkünfte für 01 ist negativ und beträgt 11.500 EUR. Folgende Möglichkeiten sind nunmehr vorhanden:
Der Betrag kann bis maximal 11.500 EUR auf das letzte Jahr (also 00) zurückgetragen werden. Es öffnet sich also ein Berichtigungsspielraum in Höhe des zurückgetragenen Betrages.
Soweit sich der Betrag von 11.500 EUR in 00 nicht auswirkt, ist der noch verbleibende Betrag als Verlust auf die noch folgenden Jahre 02 ff. vorzutragen.

Die Berücksichtigung des Verlusts bzw. des negativen Betrags in das Vorjahr wird als "Verlustrücktrag" bezeichnet. Der Ansatz in den noch folgenden Jahren wird als "Verlustvortrag" bezeichnet. Auf den Verlustrückantrag kann voll oder teilweise verzichtet werden. Es geht aber nichts verloren. Der unverbrauchte Betrag wird dann dem Verlustvortrag zugerechnet.

Im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten gilt folgendes:
Bei der Berechnung des verbleibenden Verlustabzugs ist zunächst ein Ausgleich mit den anderen eigenen Einkünften des Ehegatten vorzunehmen. Verbleibt bei ihm ein negativer Betrag, ist dieser bei der Berechnung der Summe der Einkünfte gegebenenfalls mit dem positiven Betrag des anderen Ehegatten auszugleichen. Ist der Gesamtbetrag der Einkünfte unter Berücksichtigung aller Hinzurechnungs- und Abzugsbeträge negativ und kann er nicht oder nicht in vollem Umfang zurückgetragen werden, so ist der nicht rücktragbare Betrag bei dem Ehegatten als verbleibender Verlustabzug gesondert festzustellen, bei dem sich auf Grund seiner steuerlichen Merkmale der negative Betrag ergibt.

Ist für den Schluß eines Jahres für beide Ehegatten jeweils ein verbleibender Verlustabzug gesondert festgestellt worden und kann dieser im darauffolgenden Jahr nur teilweise abgezogen werden, ist im Fall der Zusammenveranlagung der für dieses Jahr gesondert festzustellende verbleibende Verlustabzug im Verhältnis zu dem zuletzt für jeden Ehegatten gesondert festgestellten verbleibenden Verlustabzug aufzuteilen und gesondert festzustellen.

Im Fall der getrennten Veranlagung von Ehegatten (§ 26a EStG) kann der Steuerpflichtige den Verlustabzug nach § 10d auch für Verluste derjenigen Jahre geltend machen, in denen die Ehegatten nach § 26b EStG zusammen oder nach § 26c EStG besonders veranlagt worden sind. Der Verlustabzug kann in diesem Fall nur für Verluste geltend gemacht werden, die der getrennt veranlagte Ehegatte erlitten hat.

Im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten (§ 26b EStG) kann der Steuerpflichtige den Verlustabzug nach § 10d auch für Verluste derjenigen Jahre geltend machen, in denen die Ehegatten nach § 26a EStG getrennt oder nach § 26c EStG besonders veranlagt worden sind. Liegen bei beiden Ehegatten nicht ausgeglichene Verluste vor, so ist der Verlustabzug bei jedem Ehegatten bis zur Höchstgrenze im Sinne des § 10d vorzunehmen.

Laut Steuerreform 1990 ist eine gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs erstmals zum 31.12.1990 durchzuführen. Dabei ist anstelle des auf den Schluß des vorangegangenen Jahrs festgestellten verbleibenden Verlustabzugs von dem Betrag auszugehen, der bei entsprechender Anwendung des § 10d EStG auf den 31.12.1989 festzustellen gewesen wäre. Der Verlustabzug kann nicht durch Rechtsgeschäft auf einen anderen übertragen werden.

In der Person des Erblassers entstandene Verluste sind, soweit sie bei diesem nicht ausgeglichen und auch nicht im Wege des Verlustrücktrags abgezogen werden können, im Veranlagungszeitraum des Erbfalls bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte des Erben mit dessen Einkünften auszugleichen (vgl. BFH-Urteil vom 17.5.1972 - BStBl 1972, Teil II, Seite 621). Soweit der Verlustausgleich nicht möglich ist, sind die Verluste beim Erben im Wege des Verlustabzugs zu berücksichtigen (vgl. BFH-Urteil vom 22.6.1962 - BStBl 1962, Teil III, Seite 386).

Sind mehrere Erben vorhanden, so sind die obigen Ausführungen mit der Maßgabe anzuwenden, daß die Verluste des Erblassers nach dem Verhältnis der Erbteile bei den einzelnen Erben auszugleichen oder abzuziehen sind. Schlägt ein Erbe die Erbschaft aus, steht das Recht des Erblassers zum Verlustabzug dem Erben zu, der an die Stelle des ausschlagenden Erben tritt.

Verluste, die der Steuerpflichtige vor und während des Konkursverfahrens erlitten hat, sind in vollem Umfang ausgleichsfähig und nach § 10d EStG abzugsfähig (BFH-Urteil vom 4.9.1969 - BStBl 1969, Teil II, Seite 726).

Beispiel: Verlustabzug
200.000 EUR nicht ausgeglichener Verlust des im Jahre 01 verstorbenen Steuerpflichtigen (Erblasser)
Veranlagungszeitraum 01
- 50.000 EUR im Wege des Verlustrücktrags beim Erblasser vom Gesamtbetrag der Einkünfte des Jahres 00 abgezogen
150.000 EUR beim Erben zu berücksichtigender Betrag
60.000 EUR bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte des Jahres 01 ausgeglichen
+ 20.000 EUR im Wege des Verlustrücktrags in das Jahr 00 abgezogen
(80.000 EUR) - 80.000 EUR
70.000 EUR beim Erben in den folgenden Jahren (02, ...) als Verlustvortrag abzugsfähiger Wert

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