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Vorsorgeaufwand, Versicherungen

Eintragungen erfolgen dazu im Mantelbogen auf der dritten Seite. Eine allgemeine Voraussetzung für den Abzug von Vorsorgeaufwendungen ist, daß diese nicht in wirtschaftlichem Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen stehen. Diese Grundregel ist auch auf andere Bereiche anwendbar.

Beispiel: Aufwendungen zu steuerfreien Einnahmen
Ein Arbeitnehmer bezieht einen Teil seines Arbeitslohns steuerfrei (wegen Auslandstätigkeit). Eventuell mit diesem Arbeitslohn zusammenhängende Kosten sind nicht absetzbar, da die Einnahmen auch nicht angesetzt werden.

Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören verschiedene Versicherungsbeiträge, die in der Steuererklärung einzeln genannt sind. Liegt für den Steuerpflichtigen Arbeitslohn vor, ist eine Vorsorgepauschale zu berücksichtigen. Die Pauschale berechnet sich nach § 10c des Einkommensteuergesetzes. Auf eine Erläuterung wird an dieser Stelle verzichtet, da im Programm die Berechnung automatisch erfolgt.

Beachten Sie jedoch die Angaben zu den verschiedenen Berufsgruppen, da die Berechnung der abzugsfähigen Beträge davon abhängt. So erhalten bestimmte Berufsgruppen nur eine gekürzte Pauschale. Der Personenkreis, der die gekürzte Vorsorgepauschale erhält, ist nachfolgend noch einmal kurz zusammengestellt:

  • Beamte,
  • Richter,
  • Berufssoldaten,
  • Arbeitnehmer, die Versorgungsbezüge im Sinne des § 19 Abs. 2 Nr. 1 EStG erhalten (Ruhegehalt, Witwen- oder Waisengeld, Unterhaltsbeitrag oder gleichartiger Bezug auf Grund beamtenrechtlicher oder entsprechender gesetzlicher Vorschriften oder nach beamtenrechtlichen Grundsätzen von Körperschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtlichen Verbänden von Körperschaften),
  • Empfänger von Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung (einschließlich flexibles und vorgezogenes Altersruhegeld). Von der Kürzung nicht betroffen sind Empfänger einer Berufsunfähigkeitsrente, Erwerbsunfähigkeitsrente oder Witwengeld.
  • nicht rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, die bei Trägern der Sozialversicherung beschäftigt oder als Geistliche der als öffentlich-rechtliche Körperschaften anerkannten Religionsgemeinschaften tätig sind,
  • nicht rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, denen ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung eine betriebliche Altersversorgung zugesagt wird (z.B. Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften).

Die Vorsorgepauschale ist abzuziehen, wenn der Steuerpflichtige nicht Vorsorgeaufwendungen nachweist, die unter Berücksichtigung der Höchstbeträge zu einem höheren Sonderausgabenabzug führen. Das bedeutet, daß im Regelfall noch eine weitere Berechnung, die sogenannte Höchstbetragsberechnung, erforderlich ist, um festzustellen, welcher Betrag für die Vorsorgeaufwendungen abzugsfähig ist. Die beigefügte Software enthält beide Berechnungen. Wenn die Vorsorgeaufwendungen (Versicherungsbeiträge) eingegeben werden, wird automatisch überprüft, ob die Vorsorgepauschale oder aber der tatsächliche Aufwand nach der Höchstbetragsberechnung zum Zuge kommt. Nachfolgend ein überblick über die einzelnen Aufwendungen, die in diesem Bereich zu erfassen sind. Nur Beiträge zu bestimmten Versicherungen sind berücksichtigungsfähig:

  • Beiträge zu Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen
  • Beiträge zu gesetzlichen Rentenversicherungen und an die Bundesanstalt für Arbeit
  • Beiträge zu den folgenden Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall (mit Ausnahme jedoch von fondsgebundenen Lebensversicherungen):
    • Risikoversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen
    • Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht gegen laufende Beitragszahlung, wenn das Kapitalwahlrecht nicht vor Ablauf von 12 Jahren seit Vertragsabschluß ausgeübt werden kann (allerdings können nur 88 % der Beiträge abgesetzt werden)
    • Kapitalversicherungen gegen laufende Beitragszahlung mit Sparanteil, wenn der Vertrag für die Dauer von mindestens 12 Jahren abgeschlossen worden ist

Sachversicherungen, z.B. Hausratversicherungen und Rechtsschutzversicherungen, sind nicht abzugsfähig.

Für die Abziehbarkeit Ihrer privaten Haftpflichtversicherung ist es unerheblich, worauf sich diese erstreckt. Insofern können Sie auch Haftpflichtversicherungen für Ihre private Yacht oder Ihren Hund absetzen.

Wird ein Kraftfahrzeug teils für betriebliche oder berufliche und teils für private Zwecke benutzt, so kann der Steuerpflichtige den Teil seiner Aufwendungen für die Fahrzeughaftpflichtversicherung, der dem Anteil der privaten Nutzung entspricht, als Sonderausgaben abziehen. Werden von einem Arbeitnehmer für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder Familienheimfahrten mit eigenem Kraftfahrzeug Pauschbeträge als Werbungskosten abgezogen, so können die Aufwendungen für die Kfz-Haftpflichtversicherung aus Vereinfachungsgründen in voller Höhe als Sonderausgaben erfaßt werden.

Soweit Versicherungsbeiträge rückvergütet werden, z.B. bei schadensfreiem Verlauf der Haftpflichtversicherung, so können im Jahr der Rückvergütung geleistete Versicherungsbeiträge der gleichen Art nur insoweit als Sonderausgaben berücksichtigt werden, als sie die rückvergüteten Beträge übersteigen. Dividenden, überschußanteile und sonstige Vergütungen, die bei Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall von dem Versicherer ausgezahlt werden, mindern ebenfalls im Jahr der Auszahlung oder Gutschrift die als Sonderausgaben abziehbaren Beiträge.

Wenn der Höchstbetrag an abzugsfähigen Aufwendungen ausgeschöpft ist, kann ein zusätzlicher Ansatz von Versicherungsbeiträgen zu keinem anderen steuerlichen Ergebnis führen. Die Aussage, daß ein bestimmter Betrag als Vorsorgeaufwand abzugsfähig ist, sagt nichts darüber aus, ob ein tatsächlicher Ansatz auch wirklich zu einer geringeren Steuerschuld führt.

Ab 1995 sind Beiträge zu einer freiwilligen, zusätzlichen Pflegeversicherung ansetzbar. Dies gilt jedoch nur bei Personen die nach dem 31.12.1957 geboren sind. Für diese Beiträge ist ein zusätzlicher Abzugsbetrag von 184 EUR bei den Vorsorgeaufwendungen eingeführt worden. Im Programm wird daher gesondert nach diesen Beiträgen und nach dem Geburtsdatum der Personen gefragt, um diesen zusätzlichen Abzug berücksichtigen zu können.
Verwechseln Sie nicht die freiwillige Pflegeversicherung mit der gesetzlichen Pflegeversicherung, für deren Beiträge der zusätzliche o. g. Abzugsbetrag nicht gilt. Diese Beiträge sind nur im Rahmen der normalen oben erläuterten Berechnung abzugsfähig.

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Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen
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