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Gewerblicher Grundstückshandel
Arbeiterwohnheim
Architekten / Bauunternehmer
Campingplatz
Ferienwohnung
Fremdenpension
Gewerblicher Charakter der Vermietungstätigkeit
Tennisplätze
Umfangreicher Grundbesitz
Untervermietung
Vermietung möblierter Zimmer

  • Gewerblicher Grundstückshandel
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Abgrenzung des Gewerbebetriebs gegenüber der Vermögensverwaltung - Quellenangaben und Musterverfahren

Gewerblicher Grundstückshandel

  • Zur Abgrenzung zwischen privater Vermögensverwaltung und gewerblichem Grundstückshandel: BMF vom 20.12.1990, BStBl I S. 884, Anhang 17),
  • die Veräußerung von Anteilen an Grundstücksgesellschaften ist in die Drei-Objekt-Grenze miteinzubeziehen: BFH vom 7.3.1996, BStBl II S. 369,
  • bei Veräußerung im Rahmen von Bauherrenmodellen: BFH vom 12.9.1995, BStBl II S. 839,
  • Einbeziehung von Objekten, die von vornherein zum Verkauf an eine bestimmte Person vorgesehen sind: BFH vom 28.10.1993, BStBl 1994 II S. 463,
  • bei Beteiligung an einer Personengesellschaft, die die Drei-Objekt-Grenze nicht überschreitet: BFH vom 20.11.1990, BStBl 1991 II S. 345,
  • bei Veräußerung nur eines Grundstücks an nahestehenden Dritten mit anschließender Verwertung durch den Dritten: BFH vom 13.12.1995, BStBl 1996 II S. 232,
  • bei Bebauung und zeitnaher Veräußerung nur zweier Grundstücke mit gewerblichen Großobjekten: BFH vom 24.1.1996, BStBl II S. 303,
  • bei Veräußerung von Miteigentumsanteilen an einem Grundstück: BFH vom 7.12.1995, BStBl 1996 II S. 367,
  • Nachhaltigkeit und Mißbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei Grundstücksgeschäften: BFH vom 12.7.1991, BStBl 1992 II S. 143,
  • zum Objektbegriff im Sinne der Drei-Objekt-Grenze: BFH vom 11.3.1992, BStBl II S. 1007,
  • Grundstücksgeschäfte einer Personengesellschaft können einem Gesellschafter, der auch eigene Grundstücke veräußert, in der Weise zugerechnet werden, daß unter Einbeziehung dieser Veräußerungen ein gewerblicher Grundstückshandel des Gesellschafters besteht: BFH vom 3.7.1995, BStBl II S. 617,
  • bei Beurteilung der Tätigkeiten ansonsten vermögensverwaltender Personengesellschaften / -gemeinschaften sind die Aktivitäten von personenidentischen Personengesellschaften / -gemeinschaften zu berücksichtigen: BFH vom 7.3.1996, BStBl II S. 369,
  • auf die Drei-Objekt-Grenze sind Grundstücke, die im Wege der Realteilung oder der gegenständlichen Teilauseinandersetzung einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft oder Bruchteilsgemeinschaft zu Alleineigentum übertragen werden, auch dann nicht anzurechnen, wenn von den Gesellschaftern oder Gemeinschaftern Schulden der Gesellschaft bzw.Gemeinschaft übernommen werden: BFH vom 9.5.1996, BStBl II S. 599,
  • Zuordnung eines Einfamilienhauses zum Betriebsvermögen eines gewerblichen Grundstückshandels bei vorübergehender Selbstnutzung: BFH vom 23.1.1991, BStBl II S. 519,
  • zeitliche Grenzen: BFH vom 18.9.1991, BStBl 1992 II S. 135.

Arbeiterwohnheim

Der Betrieb eines Arbeiterwohnheims ist im allgemeinen als Gewerbebetrieb zu beurteilen: BFH vom 18.1.1973, BStBl II S. 722.

Architekten / Bauunternehmer

Die Errichtung von Häusern durch Architekten oder Bauunternehmern zum Zwecke späterer Vermietung stellt keine gewerbliche Tätigkeit dar, auch wenn sie in großem Umfang erfolgt und erhebliche Fremdmittel eingesetzt werden: BFH vom 12.3.1964, BStBl III S. 364.

Campingplatz

Der Inhaber eines Campingplatzes ist gewerblich tätig, wenn er über die Vermietung der einzelnen Plätze für das Aufstellen von Zelten und Wohnwagen hinaus wesentliche Nebenleistungen erbringt, wie die Zurverfügungstellung sanitärer Anlagen und ihrer Reinigung, die Trinkwasserversorgung, die Sromversorgung für die Gesamtanlage und die einzelnen Standplätze, Abwässer- und Müllbeseitigung, Instandhaltung, Pflege und überwachung des Platzes: BFH vom 6.10.1982, BStBl 1983 II S. 80. Das gilt auch, wenn die Benutzer überwiegend sog. Dauercamper sind: BFH vom 27.1.1983, BStBl II S. 426.

Ferienwohnung

Bei Vermietung einer Ferienwohnung ist ein Gewerbebetrieb gegeben, wenn sämtliche der folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Wohnung muß für die Führung eines Haushalts voll eingerichtet sein, z.B. Möblierung, Wäsche und Geschirr enthalten. Sie muß in einem reinen Feriengebiet im Verband mit einer Vielzahl gleichartig genutzter Wohnungen liegen, die eine einheitliche Wohnanlage bilden;
  • die Werbung für die kurzfristige Vermietung der Wohnung an laufend wechselnde Mieter und die Verwaltung der Wohnung müssen von einer für die einheitliche Wohnanlage bestehenden Feriendienstorganisation durchgeführt werden;
  • die Wohnung muß jederzeit zur Vermietung bereitgehalten werden, und es muß nach Art der Rezeption eines Hotels laufend Personal anwesend sein, das mit den Feriengästen Mietverträge abschließt und abwickelt und dafür sorgt, daß die Wohnung in einem Ausstattungs-, Erhaltungs- und Reinigungszustand ist und bleibt, der die sofortige Vermietung zuläßt (BFH vom 25.6.1976, BStBl II S. 728).
    Ein Gewerbebetrieb ist anzunehmen, wenn eine hotelmäßige Nutzung der Ferienwohnung vorliegt oder die Vermietung nach Art einer Fremdenpension erfolgt. Ausschlaggebend ist, ob wegen der Häufigkeit des Gästewechsels oder im Hinblick auf zusätzlich zur Nutzungsüberlassung erbrachte Leistungen, z.B. Bereitstellung von Wäsche und Mobiliar, Reinigung der Räume, übernahme sozialer Betreuung, eine Unternehmensorganisation erforderlich ist, wie sie auch in Fremdenpensionen vorkommt (BFH vom 28.6.1984, BStBl 1985 II S. 211).

Fremdenpension

Die Beherbergung in Fremdenpensionen ist stets ein Gewerbebetrieb (BFH vom 11.7.1984, BStBl II S. 722).

Gewerblicher Charakter der Vermietungstätigkeit

Um die Tätigkeit der Vermögensverwaltung gewerblichen Charakter zu verleihen, müssen besondere Umstände hinzutreten. Diese können darin bestehen, daß die Verwaltung des Grundbesitzes infolge des ständigen und schnellen Wechsels der Mieter eine Tätigkeit erfordert, die über das bei langfristigen Vermietungen übliche Maß hinausgeht, oder daß der Vermieter zugleich Leistungen erbringt, die eine bloße Vermietungstätigkeit überschreiten. Das entscheidende Merkmal liegt also darin, daß die bloße Vermögensnutzung hinter der Bereitstellung einer einheitlichen gewerblichen Organisation zurücktritt (BFH vom 21.8.1990, BStBl 1991 II S. 126).

Tennisplätze

Ein Gewerbebetrieb ist in der Regel bei der Vermietung von Tennisplätzen gegeben (BFH vom 25.10.1988, BStBl 1989 II S. 291).

Umfangreicher Grundbesitz

Die Vermietung und Verpachtung von Grundvermögen stellt auch dann eine bloße Vermögensverwaltung dar, wenn der vermietete Grundbesitz sehr umfangreich ist und der Verkehr mit vielen Mietern erhebliche Verwaltungsarbeit erforderlich macht (BFH vom 21.8.1990, BStBl 1991 II S. 126) oder die vermieteten Räume gewerblichen Zwecken dienen (BFH vom 17.1.1961, BStBl III S. 233).

Untervermietung

Die Untervermietung von kleinen Flächen (Läden, Ständen) stellt keine gewerbliche Betätigung dar, wenn keine besonderen Umstände hinzutreten (BFH vom 18.3.1964, BStBl III S. 367).

Vermietung möblierter Zimmer

Die Vermietung, auch Untervermietung, möblierter Zimmer ist keine gewerbliche Tätigkeit. An dieser Beurteilung ändert sich auch dann nichts, wenn außer der Nutzungsüberlassung als Nebenleistung die Reinigung der Räume, die Gestellung des Frühstücks und dergleichen besonders erbracht werden. Eine gewerbliche Tätigkeit ist jedoch bei der überlassung von Wohnraum gegeben, wenn die Nutzung des Vermögens hinter der Bereitstellung einer dem Beherbergungsbetrieb vergleichbaren Organisation zurücktritt (BFH vom 11.7.1984, BStBl II S. 722).

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