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AfA nach nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten

Werden nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten für Wirtschaftsgüter aufgewendet, die nach § 7 Abs. 1 oder Abs. 2 oder Abs. 4 Satz 2 EStG abgeschrieben werden, so bemißt sich die AfA vom Jahr der Entstehung der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Restnutzungsdauer (BFH-Urteil vom 25.11.1970 - BStBl 1971, Teil II, Seite 142).

Bei nachträglichen Herstellungskosten ist die Restnutzungsdauer unter Berücksichtigung des Zustands des Wirtschaftsguts im Zeitpunkt der Beendigung der nachträglichen Herstellungsarbeiten neu zu schätzen. In den Fällen des § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG ist es aus Vereinfachungsgründen nicht zu beanstanden, wenn die weitere AfA nach dem bisher angewandten Vomhundertsatz bemessen wird.

Werden nachträgliche Anschaffungs- und Herstellungskosten für Gebäude aufgewendet, die nach § 7 Abs. 4 Satz 1 oder Abs. 5 EStG abgeschrieben werden, so ist der für das Gebäude geltende Vomhundertsatz anzuwenden (BFH-Urteil vom 20.2.1975 - BStBl 1975, Teil II, Seite 412, und BFH-Urteil vom 20.1.1987 - BStBl 1987, Teil II, Seite 491).

Wird in den Fällen des § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG auf diese Weise die volle Absetzung innerhalb der tatsächlichen Nutzungsdauer nicht erreicht, so kann die AfA vom Zeitpunkt der Beendigung der nachträglichen Herstellungsarbeiten an nach der Restnutzungsdauer des Gebäudes bemessen werden (BFH-Urteil vom 7.6.1977 - BStBl 1977, Teil II, Seite 606). Bei der Bemessung der AfA für das Jahr der Entstehung von nachträglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten sind diese so zu berücksichtigen, als wären sie zu Beginn des Jahrs aufgewendet worden.

Beispiel: AfA, nachträgliche Herstellungskosten
Ein zu Beginn des Jahres 1979 angeschafftes Gebäude, für das lineare AfA nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG vorgenommen worden ist, wird im Jahre 2002 erweitert. Die Restnutzungsdauer beträgt danach noch mindestens 50 Jahre.
200.000 EUR Herstellungskosten
92.000 EUR AfA von 1979 bis 2002: 23 x 2%
+100.000 EUR nachträgliche Herstellungskosten
300.000 EUR Bemessungsgrundlage für die AfA ab 2002
Von 2002 an bis zur vollen Absetzung des Betrags von 208.000 EUR (Restwert 108.000 EUR zuzüglich nachträglicher Herstellungskosten von 100.000 EUR) beträgt die AfA jährlich 2% von 300.000 EUR = 6.000 EUR).

Beispiel: AfA, nachträgliche Herstellungskosten
Ein zu Beginn des Jahres 1986 fertiggestelltes Gebäude, für das degressive AfA nach § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG vorgenommen worden ist, wird im Jahr 1991 erweitert.

200.000 EUR Herstellungskosten 1986
80.000 EUR AfA 1986 bis 1989: 4 x 10%
10.000 EUR AfA 1990: 1 x 5%
+80.000 EUR nachträgliche Herstellungskosten 1991

280.000 EUR Bemessungsgrundlage für die AfA ab 1991
14.000 EUR AfA 1991 und 1992: je 5%
7.000 EUR AfA 1993 bis 2010: je 2,5%

Ist durch die nachträglichen Herstellungsarbeiten ein anderes Wirtschaftsgut entstanden, so ist die AfA nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer des anderen (neuen) Wirtschaftsguts zu bemessen.

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