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Wahl der AfA-Methode

Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens kann der Steuerpflichtige die AfA entweder in gleichen Jahresbeträgen (§ 7 Abs. 1 Satz 1 und 2 EStG) oder in fallenden Jahresbeträgen (§ 7 Abs. 2 EStG) bemessen. AfA nach Maßgabe der Leistung (§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG) kann bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens vorgenommen werden, deren Leistung in der Regel erheblich schwankt und deren Verschleiß dementsprechend wesentliche Unterschiede aufweist.

Voraussetzung für AfA nach Maßgabe der Leistung ist, daß der auf das einzelne Wirtschaftsjahr entfallende Umfang der Leistung nachgewiesen wird. Der Nachweis kann z.B. bei einer Spezialmaschine durch ein die Anzahl der Arbeitsvorgänge registrierendes Zählwerk oder bei einem Kraftfahrzeug durch den Kilometerzähler geführt werden. Unter den Voraussetzungen des § 7 Abs. 5 EStG kann der Steuerpflichtige

  • bei Wirtschaftsgebäuden zwischen AfA nach § 7 Abs. 4 Nr. 1 oder § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG,
  • bei Mietwohnneubauten zwischen AfA nach § 7 Abs. 4 Nr. 2 Buchstabe a EStG oder § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 oder § 7 Abs. 5 Satz 2 EStG und
  • bei anderen Gebäuden zwischen AfA nach § 7 Abs. 4 Nr. 2 Buchstabe a oder § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG wählen.

    Die degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG ist nur mit den in dieser Vorschrift vorgeschriebenen Staffelsätzen zulässig. Die Anwendung höherer oder niedrigerer AfA-Sätze ist ausgeschlossen. Besteht ein Gebäude aus sonstigen selbständigen Gebäudeteilen, sind für die einzelnen Gebäudeteile unterschiedliche AfA-Methoden und AfA-Sätze zulässig. Wegen des zeitlichen Anwendungsbereichs der jeweiligen Vorschriften des § 7 Abs. 5 EStG wird auf die nachfolgende tabellarische übersicht verwiesen.

    lfd. Nr. Zeitlicher Geltungsbereich Begünstigte Objekte Begünstigte Maßnahmen AfA-Sätze
    1 Fertigstellung nach 9.10.62 vor 1.1.85, Bauantrag nach 9.10.62 Gebäude u. Eigentumswohnungen, über 66 2/3 Wohnzwecke, nicht nach § 7b oder § 54 EStG begünstigt Herstellung 12 x 3,5%
    20 x 2%
    18 x 1%
    2 Fertigstellung nach 31.12.64 vor 1.9.77, Bauantrag vor 9.5.73 Gebäude u. Eigentumswohnung jeder Art, soweit nicht infolge der Beschränkung unter Nr. 3 ausgeschlossen wie Nr. 1 wie Nr. 1
    3 Fertigstellung vor 1.2.72, Bauantrag nach 5.7.70 und vor 1.2.71 wie Nr. 2, soweit Gebäude o. Eigentumswohnung nicht zum Anlagevermögen gehören oder soweit sie zu mehr als 66 2/3% Wohnzwecken dienen wie Nr. 1 wie Nr. 1
    4 Fertigstellung vor 1.9.77, Bauantrag nach 8.5.73 Gebäude u. Eigentumswohnungen, deren Nutzfläche zu mehr als 66 2/3% mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaus gefördert wurde wie Nr. 1 wie Nr. 1
    5 Fertigstellung nach 31.8.77 vor 1.1.79 Gebäude, selbständige Gebäudeteile, Eigentumswohnungen und Räume im Teileigentum jeder Art wie Nr. 1 wie Nr. 1
    6 Fertigstellung nach 31.12.78 vor 1.1.83 wie zu Nr. 5, soweit im Ausland Herstellung sowie Anschaffung, wenn Erwerb spätestens im Jahr der Fertigstellung wie Nr. 1
    7a Fertigstellung, Bauantrag und Herstellungsbeginn bzw. Abschluß des obligatorischen Vertrags nach 31.12.78 und vor dem 30.7.81 wie zu Nr. 5, soweit im Inland wie Nr. 6 wie Nr. 1
    7b Bauantrag oder Herstellungsbeginn bzw. Abschluß des obligatorischen Vertrags nach dem 29.7.1981 (soweit nicht Nummer 8) und Bauantrag bzw. Abschluß des obligatorischen Vertrags vor dem 1.1.1994 wie zu Nr. 5, soweit im Inland wie Nr. 6 8 x 5%
    6 x 2,5%
    36 x 1,25%
    8 Bauantrag nach 31.3.85 und Bauantrag bzw. Abschluß des obligatorischen Vertrags vor dem 1.1.1994 wie zu Nr. 7, soweit sie zu einem Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen wie Nr. 6 4 x 10%
    3 x 5%
    18 x 2,5%
    9 Bauantrag o. Anschaffung und Abschluß des obligatorischen Vertrags nach dem 28.3.89 und Beuantrag bzw. Abschluß des obligatorischen Vertrags vor dem 1.1.96 wie zu Nr. 7, soweit sie Wohnzwecken dienen wie Nr. 6 4 x 7%
    6 x 5%
    5 x 2%
    24 x 1,25%
    10 Bauantrag oder Abschluß des obligatorischen Vertrags nach dem 31.12.95 wie zu Nr. 9 wie Nr. 6 8 x 5%
    6 x 2,5%
    36 x 1,25%

    Der Tabelle ist zu entnehmen, daß der Gesetzgeber diese Vorschrift sehr häufig ändert. Soweit Sie also ein Bauvorhaben planen, sollten Sie unter Umständen einen Fachmann zu Rate ziehen, um festzustellen, ob nicht wieder einmal eine änderung in absehbarer Zeit geplant ist.

    So ist es eventuell besser, das Bauvorhaben zu beschleunigen, wenn sich die steuerlichen Vorschriften voraussichtlich zuungunsten ändern oder aber im Gegenteil das Bauvorhaben noch zu verschieben, um eventuelle geplante steuerliche Verbesserungen zu erlangen. Ist ein Wirtschaftsgut mehreren Beteiligten oder Miteigentümern zuzurechnen, so können sie ein Wahlrecht zur Bemessung der AfA nur einheitlich ausüben.

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