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Allgemein Werbungskosten

Die Berücksichtigung der Werbungskosten zu den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit ist auf der Anlage N (Rückseite) zu beantragen bzw. einzutragen. Im § 9 des EStG ist eine Erklärung des Begriffs Werbungskosten dargestellt:

Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind. Werbungskosten sind auch

  1. Schuldzinsen und auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhende Renten und dauernde Lasten, soweit sie mit einer Einkunftsart in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Bei Leibrenten kann nur der Anteil abgezogen werden, der sich aus der in § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a aufgeführten Tabelle ergibt; in den Fällen des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a letzter Satz kann nur der Anteil, der nach der in dieser Vorschrift vorgesehenen Rechtsverordnung zu ermitteln ist, abgezogen werden;
  2. Steuern vom Grundbesitz, sonstige öffentliche Abgaben und Versicherungsbeiträge, soweit solche Ausgaben sich auf Gebäude oder auf Gegenstände beziehen, die dem Steuerpflichtigen zur Einnahmeerzielung dienen;
  3. Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist;
  4. Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Fährt der Arbeitnehmer an einem Arbeitstag mehrmals zwischen Wohnung und Arbeitsstätte hin und her, so sind die zusätzlichen Fahrten nur zu berücksichtigen, soweit sie durch einen zusätzlichen Arbeitseinsatz außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit oder durch eine Arbeitszeitunterbrechung von mindestens vier Stunden veranlaßt sind. Hat ein Arbeitnehmer mehrere Wohnungen, so sind die Fahrten von oder zu einer Wohnung, die nicht der Arbeitsstätte am nächsten liegt, nur zu berücksichtigen, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird. Bei Fahrten mit einem eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftfahrzeug sind die Aufwendungen mit den folgenden Pauschbeträgen anzusetzen:
    1. für die ersten 10 Kilometer 0,30 EUR pro Kilometer
    2. ab dem 11. Kilometer 0,30 EUR pro Kilometer
    3. für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte; für die Bestimmung der Entfernung ist die kürzeste benutzbare Straßenverbindung maßgebend;
  5. notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer aus beruflichem Anlaß begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen. Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt. Der Abzug der Aufwendungen ist bei einer Beschäftigung am selben Ort auf insgesamt zwei Jahre begrenzt. Aufwendungen für Fahrten vom Beschäftigungsort zum Ort des eigenen Hausstands und zurück (Familienheimfahrten) können jeweils nur für eine Familienheimfahrt wöchentlich als Werbungskosten abgezogen werden. Bei Familienheimfahrten mit einem eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftfahrzeug ist je Kilometer der Entfernung zwischen dem Ort des eigenen Hausstands und dem Beschäftigungsort Nummer 4 Satz 4 entsprechend anzuwenden; Aufwendungen für Familienheimfahrten mit einem dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer Einkunftsart überlassenen Kraftfahrzeug werden nicht berücksichtigt;
  6. Aufwendungen für Arbeitsmittel, zum Beispiel für Werkzeuge und typische Berufskleidung. Nummer 7 bleibt unberührt;
  7. Absetzungen für Abnutzung und für Substanzverringerung und erhöhte Absetzungen. § 6 Abs. 2 Satz 1 bis 3 ist in Fällen der Anschaffung oder Herstellung von Wirtschaftsgütern entsprechend anzuwenden.

Anstelle der Pauschbeträge nach oben genannter Nr. 4 können

  1. Behinderte, deren Grad der Behinderung mindestens 70 beträgt,
  2. Behinderte, deren Grad der Behinderung weniger als 70, aber mindestens 50 beträgt und die in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt sind, für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und für Familienheimfahrten die tatsächlichen Aufwendungen ansetzen. Die Voraussetzungen der Nummern 1 und 2 (Behinderung) sind durch amtliche Unterlagen nachzuweisen.

Die Begrenzung der doppelten Haushaltsführung gilt laut § 52 Abs. 11a EStG auch für vor dem 1.1.1996 bereits bestehende doppelte Haushaltsführungen.

Die abzugsfähigen Kosten zu den Einkunftsarten

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit,
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen,
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und
  • sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG

werden grundsätzlich Werbungskosten genannt. Die allgemeine Erläuterung des Werbungskostenbegriffs erfolgt im § 9 EStG. Für den Arbeitnehmer bedeutet dies bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit:

Zu den Werbungskosten gehören alle Aufwendungen, die durch den Beruf veranlaßt sind. Eine berufliche Veranlassung setzt voraus, daß objektiv ein Zusammenhang mit dem Beruf besteht und in der Regel subjektiv die Aufwendungen zur Förderung des Berufs gemacht werden (BFH-Urteil vom 28.11.1980 - BStBl 1981, Teil II, Seite 368).

Ein Zusammenhang mit dem Beruf ist gegeben, wenn die Aufwendungen in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der auf Einnahmeerzielung gerichteten Tätigkeit des Arbeitnehmers stehen (BFH-Urteil vom 1.10.1982 - BStBl 1983, Teil II, Seite 17). Deshalb können auch Strafverteidigungskosten Werbungskosten sein, wenn der Schuldvorwurf durch berufliches Verhalten veranlaßt war (BFH-Urteil vom 19.2.1982 BStBl 1982, Teil II, Seite 467).

Aufwendungen eines Arbeitnehmers für Werbegeschenke an Kunden seines Arbeitgebers sind Werbungskosten, wenn er sie tätigt, um die Umsätze seines Arbeitgebers und damit seine erfolgsabhängigen Einkünfte zu steigern.

Die für den Abzug als Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG maßgebende Wertgrenze ist nicht anwendbar (BFH-Urteil vom 13.1.1984 - BStBl 1984, Teil II, Seite 315; in dem Urteil wurde die vor 1990 gültige Grenze von 50 DM als nicht anwendbar bezeichnet). Die maximale steuerliche Abzugsfähigkeit von Geschenken findet für diesen Bereich also keine Anwendung.

Aufwendungen für Ernährung, Kleidung und Wohnung sowie Repräsentationsaufwendungen sind in der Regel Aufwendungen für die Lebensführung im Sinne des § 12 Nr. 1 EStG, d.h. diese Kosten sind nicht abzugsfähig. Besteht bei diesen Aufwendungen ein Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers, so ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die Aufwendungen beruflich veranlaßt sind. Hierbei gilt folgendes:

  1. Sind die Aufwendungen so gut wie ausschließlich beruflich veranlaßt, z.B. Aufwendungen für typische Berufskleidung, so sind sie in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar.
  2. Sind die Aufwendungen nur zum Teil beruflich veranlaßt und läßt sich dieser Teil der Aufwendungen nach objektiven Merkmalen leicht und einwandfrei von den Aufwendungen trennen, die ganz oder teilweise der privaten Lebensführung dienen, so ist dieser Teil der Aufwendungen als Werbungskosten abziehbar. Der Anteil kann gegebenenfalls geschätzt werden (vgl. BFH-Urteil vom 21.11.1980 - BStBl 1981, Teil II, Seite 131; in diesem Urteil geht es um die Aufteilung von Kosten eines privaten Telefonanschlusses; BFH-Urteil vom 9.5.1984 - BStBl 1984, Teil II, Seite 560; dieses Urteil behandelt die Aufteilung von Kontoführungsgebühren).
  3. Lassen sich die Aufwendungen nach ihrer beruflichen Veranlassung (Werbungskosten) und nach ihrer privaten Veranlassung (nicht abziehbare Aufwendungen für die Lebensführung) nicht nach objektiven Merkmalen leicht und eindeutig trennen oder ist die private Veranlassung nicht nur von untergeordneter Bedeutung, z.B. bei Aufwendungen für Körperpflege, so gehören sie insgesamt zu den nach § 12 Nr. 1 EStG nicht abziehbaren Ausgaben (vgl. die BFH-Beschlüsse vom 19.10.1970 - BStBl 1971, Teil II, Seite 17 und Seite 21, sowie das BFH-Urteil vom 20.11.1979 - BStBl 1980, Teil II, Seite 73, hier ging es um einen Trachtenanzug, der keine typische Berufskleidung darstellte; BStBl 1980, Teil II, Seite 75, bürgerliche Kleidung ist auch bei ausschließlich beruflicher Nutzung keine Berufskleidung, und BFH-Urteil vom 18.5.1984 - BStBl 1984, Teil II, Seite 588, Einbürgerungskosten keine Werbungskosten).
  4. Aufwendungen für die Ernährung gehören grundsätzlich zu den nach § 12 Nr. 1 EStG nicht abziehbaren Aufwendungen für die Lebensführung. Das Abzugsverbot gilt jedoch nicht für Verpflegungsmehraufwendungen, die z.B. als Reisekosten (siehe Abschnitt Reisekosten) oder wegen einer aus beruflichem Anlaß begründeten doppelten Haushaltsführung (siehe Abschnitt Mehraufwand für doppelte Haushaltsführung) so gut wie ausschließlich durch die berufliche Tätigkeit veranlaßt sind. So gut wie ausschließlich beruflich veranlaßte Verpflegungsmehraufwendungen liegen nicht vor, wenn der Arbeitnehmer berufsbedingt arbeitstäglich überdurchschnittlich oder ungewöhnlich lange von seiner Wohnung abwesend ist.

Die Annahme von Werbungskosten setzt nicht voraus, daß im selben Kalenderjahr, in dem die Aufwendungen geleistet werden, Arbeitslohn zufließt.
Deshalb können Werbungskosten auch im Hinblick auf ein früheres Dienstverhältnis (vgl. BFH-Urteil vom 14.10.1960 - BStBl 1961, Teil III, Seite 20) und auf ein künftiges Dienstverhältnis (vgl. BFH-Urteile vom 4.8. und 3.11.1961 - BStBl 1962, Teil III, Seite 5 und Seite 123) entstehen. Der Berücksichtigung dieser Werbungskosten steht es nicht entgegen, daß der Arbeitnehmer Arbeitslosengeld oder sonstige für seinen Unterhalt bestimmte steuerfreie Leistungen erhält (BFH-Urteil vom 4.3.1977 - BStBl 1977, Teil II, Seite 507).

Ansparleistungen für beruflich veranlaßte Aufwendungen, z.B. Beiträge an eine Kleiderkasse zur Anschaffung typischer Berufskleidung, sind noch keine Werbungskosten. Angesparte Beträge können erst dann abgezogen werden, wenn sie als Werbungskosten verausgabt worden sind.

Hat ein Arbeitnehmer beruflich veranlaßte Aufwendungen dadurch erspart, daß er entsprechende Sachbezüge erhalten hat, so sind die Sachbezüge als Aufwendungen anzusehen. Sie sind vorbehaltlich der Abzugsbeschränkungen nach § 9 Abs. 2 Nr. 4, 5 und 7, Abs. 4 und 5 EStG (siehe am Anfang dieses Kapitels) mit dem Wert als Werbungskosten abziehbar, mit dem sie als steuerpflichtiger Arbeitslohn erfaßt worden sind.

Steuerfreie Bezüge schließen entsprechende Werbungskosten aus. Werbungskosten können unter anderem sein:

  • Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte,
  • Aufwendungen für Berufsverbände,
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel,
  • Fortbildungskosten,
  • Reisekosten,
  • Umzugskosten,
  • Bewerbungskosten,
  • Kontoführungsgebühren,
  • Mehraufwendungen für Verpflegung wegen längerer Abwesenheit von der Wohnung,
  • Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung.

In den nachfolgenden Abschnitten werden einzelne "Arten" der Werbungskosten näher erläutert.

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