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Arbeitsmittel

Aufwendungen von Arbeitnehmern für Arbeitsmittel sind als Werbungskosten voll abziehbar, wenn die Wirtschaftsgüter ausschließlich oder ganz überwiegend der Berufsausübung dienen, z.B. typische Berufskleidung, Werkzeuge sowie Fachbücher und Fachzeitschriften.

Bücher und Zeitschriften werden als Arbeitsmittel angesehen, wenn sichergestellt ist, daß die erworbenen Bücher und Zeitschriften ausschließlich oder ganz überwiegend beruflichen Zwecken dienen (BFH-Urteil vom 5.7.1957 - BStBl 1957, Teil III, Seite 328, BFH-Urteil vom 29.4.1977 - BStBl 1977, Teil II, Seite 716, und BFH-Urteil vom 16.10.1981 - BStBl 1982, Teil II, Seite 67). Aufwendungen für ein Arbeitsmittel können auch dann Werbungskosten sein, wenn sie ungewöhnlich hoch sind (BFH-Urteil vom 15.5.1981 - BStBl 1981, Teil II, Seite 735).

Wenn Wirtschaftsgüter sowohl den beruflichen als auch den privaten Bereich des Arbeitnehmers betreffen, ist eine Aufteilung der Anschaffungskosten und Herstellungskosten in nichtabziehbare Aufwendungen für die Lebensführung und in Werbungskosten nur zulässig, wenn objektive Merkmale und Unterlagen eine zutreffende und leicht nachprüfbare Trennung ermöglichen und wenn außerdem der berufliche Nutzungsanteil nicht von untergeordneter Bedeutung ist (vgl. Beschluß des Großen Senats des BFH vom 19.10.1970 - BStBl 1971, Teil II, Seite 17, und BFH-Urteil vom 18.2.1977 - BStBl 1977, Teil II, Seite 464).

Die Frage der Abgrenzung von Werbungskosten und Kosten der Lebensführung sind also sehr wichtig, da sonst die Aufwendungen nicht abgezogen werden können. Der BFH hat entschieden, daß eine geringe private Nutzung eines Arbeitsmittels (z.B. Diktiergerät, Schreibmaschine, Computer) nichts am Charakter der Werbungskosten ändert.

In welchem Umfang noch eine unschädliche private Nutzung vorliegt, hat der BFH nicht genau beschrieben. Im Jahre 1988 urteilte er aber z.B., daß eine private Nutzung in Höhe von 12% schädlich sei (Sportausrüstung eines Sportlehrers). Die Kosten waren damit in voller Höhe nicht abzugsfähig.

Beispiele für abzugsfähige Arbeitsmittel sind:

  • Tonbandgerät eines Musiklehrers,
  • Stereoanlage eines Berufsmusikers,
  • Nachschlagewerk in englischer Sprache bei Fachlehrer für Englisch,
  • Elektroorgel bei Fachlehrer für Musik,
  • Cembalo bei hauptamtlichem Kirchenmusiker,
  • Elektronenrechner (Computer) bei Mathematiklehrer,
  • Aktentasche für einen Betriebsprüfer,
  • Schreibtisch eines Lehrers,
  • steuerliches Sammelwerk eines Steuerbeamten, Steuerberaters, Steuergehilfen.

Als Arbeitsmittel und damit als Werbungskosten wurden z.B. nicht anerkannt:

  • Brockhaus-Enzyklopädie eines Lehrers,
  • Pistole eines Richters,
  • Flügel einer Musiklehrerin.

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Arbeitsmitteln einschließlich der Umsatzsteuer können im Jahr ihrer Verausgabung in voller Höhe als Werbungskosten abgesetzt werden, wenn sie für das einzelne Arbeitsmittel 410 EUR nicht übersteigen.

Anschaffungs- oder Herstellungskosten von mehr als 410 EUR sind auf die Kalenderjahre der voraussichtlichen gesamten Nutzungsdauer des Arbeitsmittels zu verteilen und in jedem dieser Jahre anteilig als Werbungskosten zu berücksichtigen. Aus Vereinfachungsgründen kann im Jahr der Anschaffung oder Herstellung für die im ersten Halbjahr angeschafften oder hergestellten Arbeitsmittel der volle und für die im zweiten Halbjahr angeschafften oder hergestellten Arbeitsmittel der halbe Jahresbetrag abgezogen werden.

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