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abzugsfähige Beträge / Beispiele

Zu den Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung des häuslichen Arbeitszimmers gehört nicht, daß Art und Umfang der Tätigkeit des Arbeitnehmers einen besonderen häuslichen Arbeitsraum erfordern (vgl. BFH-Urteil vom 26.4.1985 - BStBl 1985, Teil II, Seite 467).

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind nicht als Werbungskosten abziehbar, wenn für das normale Wohnbedürfnis kein hinreichender Raum zur Verfügung steht oder wenn das Arbeitszimmer ständig durchquert werden muß, um andere privat genutzte Räume der Wohnung zu erreichen (BFH-Urteil vom 18.10.1983 - BStBl 1984, Teil II, Seite 110). Die private Mitbenutzung des Arbeitszimmers ist dagegen von untergeordneter Bedeutung, wenn es nur durchquert werden muß, um z.B. das Schlafzimmer zu erreichen (BFH-Urteil vom 19.8.1988 - BStBl 1988, Teil II, Seite 1000).

Wegen der berücksichtigungsfähigen Kosten dem Grunde und der Höhe nach, wenn das Arbeitszimmer in einem selbstgenutzten Haus oder in einer selbstgenutzten Eigentumswohnung gelegen ist, siehe BFH-Urteil vom 18.10.1983 - BStBl 1984, Teil II, Seite 112. Die anteiligen Kosten des Arbeitszimmers richten sich nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche einschließlich des Arbeitszimmers (BFH-Urteil vom 10.4.1987 - BStBl 1987, Teil II, Seite 500).

Berechnung der abzugsfähigen Kosten
Nachfolgend eine stichwortartige Zusammenfassung der Kosten für ein Arbeitszimmer, soweit es sich um gemietete Räumlichkeiten handelt. Voll zu berücksichtigen sind folgende Kosten, soweit sie ausschließlich auf das Arbeitszimmer entfallen und die vorstehenden Beschränkungen nicht greifen:

  • Einrichtung des Arbeitszimmers, z.B. Teppich, Gardinen, Möbel, Bilder, ...
  • Büromaschinen, z.B. Schreibmaschinen, Tischrechner, Computer, ...
  • Maler- und Anstreicherarbeiten, Renovierungskosten
  • Reinigungskosten

Anteilig abzugsfähig sind die Kosten, soweit sie prozentual auf das Arbeitszimmer entfallen:

  • Miete
  • Mietnebenkosten, z.B. Heizungskosten, Strom, Wasser, ...
  • Hausratversicherung

Grundsätzlich können Sie Aufwendungen nur als Werbungskosten absetzen soweit sie angemessen sind. Die Frage, was angemessen und was Luxus ist, wird von den Finanzgerichten gerade bei der Einrichtung von Arbeitszimmern - z.B. bei teureren Bildern oder Teppichen - unterschiedlich beurteilt. Es finden sich sowohl freundliche als auch relativ strenge Urteile. Ihre Chancen auf Anerkennung steigen, falls Sie eine berufliche Notwendigkeit der Ausstattung nachweisen können. Dies wäre z.B. denkbar, falls eine geeignete Umgebung für Vertragsverhandlungen oder wichtige berufliche Gespräche geschaffen werden soll. Angeben sollten Sie die Kosten auf jeden Fall, denn Sie können Ihnen nur gestrichen werden.

Beispiel: Arbeitszimmereinrichtung
Ein Arbeitnehmer hat in 2004 Anschaffungskosten für seine Arbeitszimmereinrichtung:
Schreibtisch 15.8.2004 1.200 EUR
Schreibtischstuhl 15.8.2004 390 EUR
Teppich 10.6.2004 1.340 EUR
Papierkorb 16.5.2004 45 EUR
Welche Werbungskosten können 2004 für die Einrichtung abgesetzt werden, vorausgesetzt, daß das Arbeitszimmer dem Grunde nach abzugsfähig ist?
Jeweils unter 410 EUR liegen die Kosten für den Stuhl (390 EUR) und den Papierkorb (45 EUR). Diese Beträge können 2004 voll zum Abzug gelangen.
Die Position Teppich (1.340 EUR) liegt über 410 EUR und wurde im ersten Halbjahr angeschafft. Der Aufwand ist auf die gewöhnliche Nutzungsdauer zu verteilen. Bei Büromöbeln und allgemeinen Einrichtungsgegenständen von Arbeitszimmern wird von einer allgemeinen Nutzungsdauer von 10 Jahren ausgegangen. Dies bedeutet hier einen Abzug von 10% von 1.340 EUR = 134 EUR. Der Betrag von 134 EUR ist 2004 voll abzugsfähig, da die Anschaffung im ersten Halbjahr lag.
Die Position Schreibtisch (1.200 EUR) liegt ebenfalls über 410 EUR, wurde jedoch im zweiten Halbjahr angeschafft. Der Aufwand ist auf die gewöhnliche Nutzungsdauer zu verteilen. Es ist eine allgemeine Nutzungsdauer von 10 Jahren zu berücksichtigen. Dies bedeutet hier einen Abzug von 10% von 1.200 EUR = 120 EUR. Der Betrag von 120 EUR ist 2004 zur Hälfte abzugsfähig (= 60 EUR), da die Anschaffung im zweiten Halbjahr lag. Zusammenfassung der abzugsfähigen Beträge für 2004:
Schreibtisch 60 EUR
Schreibtischstuhl 390 EUR
Teppich 135 EUR
Papierkorb 45 EUR
Summe 630 EUR

Beispiel: Arbeitszimmereinrichtung
Welche Beträge sind 2005 abzugsfähig unter Berücksichtigung der Werte aus dem obigen Beispiel?
Die Kosten für den Schreibtischstuhl und den Papierkorb sind in 2005 nicht mehr zu berücksichtigen, da sie bereits in 2004 voll abgezogen wurden. Für den Schreibtisch und den Teppich sind in 2004 nicht die gesamten Kosten abzugsfähig gewesen. Hier ergibt sich für 2005 ein Abzug in Höhe von:
10% von 1.340 EUR = 134 EUR für den Teppich und
10% von 1.200 EUR = 120 EUR für den Schreibtisch.
Es sollte also bei künftigen Steuererklärungen beachtet werden, daß sich unter Umständen abzugsfähige Beträge aus den Steuererklärungen für die Vorjahre ergeben. Außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzungen sind zu berücksichtigen (BFH-Urteil vom 29.4.1983 - BStBl 1983, Teil II, Seite 586). Eine technische Abnutzung kann auch dann in Betracht kommen, wenn wirtschaftlich kein Wertverzehr eintritt (BFH-Urteil vom 31.1.1986 - BStBl 1986, Teil II, Seite 355).

Wird ein als Arbeitsmittel genutztes Wirtschaftsgut veräußert, so ist ein sich eventuell ergebender Veräußerungserlös einkommensteuerlich nicht zu erfassen. Wird ein Wirtschaftsgut nach einer einkommensteuerrechtlich unbeachtlichen Nutzung als Arbeitsmittel verwendet, so sind die weiteren Abschreibungen von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich Umsatzsteuer nach der voraussichtlichen gesamten Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts in gleichen Jahresbeträgen zu bemessen.

Der auf den Zeitraum vor der Verwendung als Arbeitsmittel entfallende Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts gilt als abgesetzt (fiktive AfA). Der Betrag, der nach Abzug der fiktiven AfA von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten verbleibt, kann im Jahr der erstmaligen Verwendung des Wirtschaftsguts als Arbeitsmittel in voller Höhe als Werbungskosten abgezogen werden, wenn er 410 EUR nicht übersteigt.

Beispiel: Arbeitszimmereinrichtung
Wie oben, jedoch wurden die einzelnen Gegenstände bereits vor drei Jahren angeschafft. Die Gegenstände waren in den Vorjahren nicht abzugsfähig, da das Arbeitszimmer damals steuerlich nicht anzuerkennen war. Die private Nutzung war damals unzulässig hoch. Welcher Abzug als Werbungskosten ergibt sich für 2004?
Absetzungsmöglichkeiten für den Schreibtischstuhl (390 EUR) und den Papierkorb (45 EUR) sind auch in 2004 noch vorhanden. Die Beträge wären zwar in vollem Umfange in 2004 abzugsfähig gewesen, wenn das Arbeitszimmer anzuerkennen gewesen wäre. Allerdings ist die "Vollabschreibung" ein steuerliches Wahlrecht und keine Pflicht! Sie hätten in den Vorjahren. die Anschaffungskosten auch auf mehrere Jahre verteilen können.
Da die Kosten für den Schreibtisch und den Teppich in den Vorjahren nicht vollständig abgeschrieben wären, falls vor drei Jahren mit der Abschreibung begonnen worden wäre, ist fiktiv die Abschreibung für die lezten drei Jahre zu berechnen und von den Anschaffungskosten abzuziehen. Es hätten sich folgende Werte für die Vorjahre ergeben:
 StuhlPapierkorbSchreibtischTeppich
Anschaffungskosten390 EUR45 EUR1.200 EUR1.340 EUR
Abschreibung 2004-319 EUR4 EUR60 EUR134 EUR
Abschreibung 2004-239 EUR4 EUR120 EUR134 EUR
Abschreibung 2004-139 EUR4 EUR120 EUR134 EUR
Restwert293 EUR33 EUR900 EUR938 EUR
Die oben genannten Restwerte können noch abgeschrieben werden. Für 2004 wären abzugsfähig:
Bürostuhl 39 EUR
Papierkorb 4 EUR
Schreibtisch 120 EUR
Teppich 134 EUR

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