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Fortbildungskosten

Der Erwerb von Kenntnissen, die als Grundlage für eine Berufsausübung notwendig sind, vollzieht sich im Bereich der Ausbildung. Hierdurch entstehende Aufwendungen gehören grundsätzlich als Ausbildungskosten zu den Aufwendungen für die Lebensführung und sind nur als Sonderausgaben im Rahmen des § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG steuerlich abziehbar (vgl. Abschnitt Sonderausgaben).

Im Gegensatz zu den als Sonderausgaben abziehbaren Ausbildungskosten stellen Fort- oder Weiterbildungskosten, d.h. Aufwendungen, die ein Arbeitnehmer leistet, um seine Kenntnisse und Fertigkeiten im ausgeübten Beruf zu erhalten, zu erweitern oder den sich ändernden Anforderungen anzupassen, Werbungskosten dar.

Es sollte auch beachtet werden, daß die Kosten, soweit sie in den Bereich der Sonderausgaben fallen, auf einen Höchstbetrag von 920 EUR beschränkt sind. Der Betrag erhöht sich bei auswärtiger Unterbringung auf maximal 1.227 EUR. Dagegen sind die Kosten, wenn sie in den Bereich der Werbungskosten fallen, keinem Höchstbetrag unterworfen.

Fortbildungskosten können auch bereits vor Aufnahme einer Berufstätigkeit entstehen, wenn nach dem Abschluß einer Berufsausbildung weitere Maßnahmen ergriffen werden, die der Fortbildung in dem erlernten Beruf dienen. Es muß jedoch ein ausreichend klarer Zusammenhang mit einer angestrebten Anstellung bestehen (BFH-Urteil vom 20.10.1978 - BStBl 1979, Teil II, Seite 114).

Generell gilt eine Promotion als Ausbildung, weil ja gerade der Titel angestrebt wird. Folge: beschränkte Abzugsfähigkeit Ihrer Aufwendungen. Ein uneingeschränkter Abzug der Kosten als Werbungskosten kommt jedoch in Betracht, falls im Arbeitsvertrag ausdrücklich bestimmt ist, daß die Promotion wesentlicher Bestandteil der geschuldeten Arbeitsleistung ist.

Ein bestehender Arbeitsvetrag ist nicht unbedingt notwendig um Fortbildungskosten geltend zu machen. Fortbildungskosten können auch bereits vor der Aufnahme einer Berufstätigkeit entstehen, wenn nach dem Abschluß der Berufsausbildung weitere Maßnahmen ergriffen werden, die der Fortbildung in dem erlernten Beruf dienen. Beispiel: Eine Physikerin unterzieht sich nach Studienabschluß einer Fortbildung auf dem Gebiet der Umweltphysik.

Wird Ihr Dienstverhältnis in wesentlichem Maße durch die Ausbildung geprägt, und erhalten Sie Bezüge für Ihre Tätigkeit, wie z.B. Unterhaltszuschüsse oder Beihilfen, so handelt es sich bei Ihren Aufwendungen um Werbungskosten. Entscheidend dabei ist der Gedanke, daß eine Leistung gegen Geld geschuldet wird, die als unselbständige Arbeit qualifiziert werden kann.

Die Kosten für eine Studienreise oder den Besuch eines Fachkongresses sind Werbungskosten, wenn die Reise oder die Teilnahme an dem Kongreß so gut wie ausschließlich dem Ziel dient, die beruflichen Kenntnisse zu erweitern. Dient die Reise der allgemeinen Information über die geographischen, wirtschaftlichen und sonstigen Besonderheiten des besuchten Landes oder der allgemeinen wirtschaftlichen Bildung der Teilnehmer, liegt keine so gut wie ausschließlich berufliche Veranlassung vor (BFH-Urteil vom 23.10.1981 - BStBl 1982, Teil II, Seite 69).

Die Befriedigung privater Interessen muß nach dem Anlaß der Reise, dem vorgesehenen Programm und der tatsächlichen Durchführung nahezu ausgeschlossen sein (BFH-Urteil vom 15.12.1982 - BStBl 1983, Teil II, Seite 409).

Die Entscheidung, ob berufsbedingte Aufwendungen vorliegen, kann nur nach einer Würdigung aller Umstände des Einzelfalls getroffen werden. Für berufsbedingte Aufwendungen können beispielsweise folgende Kriterien sprechen:

  • ein homogener Teilnehmerkreis
  • eine straffe und lehrgangsmäßige Organisation, die wenig Raum für Privatinteressen läßt, ein Programm, das auf die beruflichen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Teilnehmer zugeschnitten ist
  • die Gewährung von Dienstbefreiung oder Sonderurlaub
  • Zuschüsse des Arbeitgebers

Gegen berufsbedingte Aufwendungen können beispielsweise folgende Kriterien sprechen:

  • der Besuch bevorzugter Ziele des Tourismus
  • häufige Ortswechsel
  • bei kürzeren Veranstaltungen die Einbeziehung vieler Sonn- und Feiertage, die zur freien Verfügung stehen
  • die Mitnahme des Ehegatten oder anderer naher Angehöriger
  • die Verbindung mit einem Privataufenthalt
  • entspannende oder kostspielige Beförderung (z.B. Schiffsreise)

Die Kriterien können von Fall zu Fall unterschiedliches Gewicht haben (vgl. Beschluß des Großen Senats des BFH vom 27.11.1978 - BStBl 1979, Teil II, Seite 213, BFH-Urteil vom 24.8.1962 - BStBl 1962, Teil III, Seite 512, BFH-Urteil vom 28.10.1976 - BStBl 1977, Teil II, Seite 203, und BStBl 1977, Teil II, Seite 238, BFH-Urteil vom 4.8.1977 - BStBl 1977, Teil II, Seite 829, BFH-Urteil vom 23.10.1981 - BStBl 1982, Teil II, Seite 69, BFH-Urteil vom 15.12.1982 - BStBl 1983, Teil II, Seite 409, BFH-Urteil vom 13.12.1984 - BStBl 1985, Teil II, Seite 325, BFH-Urteil vom 16.10.1986 - BStBl 1987, Teil II, Seite 208).

Zu den Aufwendungen für die Teilnahme an einem Lehrgang zum Erwerb einer Schulskileiter-Lizenz vgl. BFH-Urteil vom 26.8.1988 - BStBl 1989, Teil II, Seite 91.

Bei Studienreisen ins Ausland spricht gegen die berufliche Veranlassung, wenn Anlagen und Einrichtungen gleicher Art im Inland oder im näher liegenden Ausland hätten besucht werden können. Das gleiche gilt für Sprachkurse im Ausland, wenn die Durchführung der Veranstaltung im Inland den gleichen Erfolg hätte haben können (BFH-Urteil vom 31.7.1980 - BStBl 1980, Teil II, Seite 746).

Bei Fachkongressen im Ausland können Zweifel an der beruflichen Veranlassung insbesondere dann bestehen, wenn die Veranstaltungen an beliebten Erholungsorten stattfinden. Der Ort einer Fachtagung ist jedoch von geringer Bedeutung, wenn es sich um eine Tagung internationalen Gepräges mit Beteiligung ausländischer Teilnehmer und Dozenten handelt (laut BFH-Urteil vom 16.1.1974 - BStBl 1974, Teil II, Seite 291). Aufwendungen für die Teilnahme an einem Kongreß sind nur abziehbar, wenn feststeht, daß der Arbeitnehmer an den Veranstaltungen teilgenommen hat (BFH-Urteil vom 4.8.1977 - BStBl 1977, Teil II, Seite 829).
An den Nachweis der Teilnahme werden strenge Anforderungen gestellt. Der Nachweis muß sich auf jede Einzelveranstaltung beziehen, braucht jedoch nicht in jedem Fall durch Anwesenheitstestat geführt zu werden. Die Teilnahme kann auch durch Aufzeichnungen, Arbeitsmaterialien u.ä. nachgewiesen werden (BFH-Urteil vom 13.2.1980 - BStBl 1980, Teil II, Seite 386).

Wird ein Kongreß mit einer Reise verbunden (z.B. sog. schwimmende Kongresse), ist dies in der Regel ein Beweisanzeichen für eine private Mitveranlassung von nicht nur untergeordneter Bedeutung (BFH-Urteil vom 14.7.1988 - BStBl 1989, Teil II, Seite 19).

Ist eine Studienreise insgesamt nicht beruflich veranlaßt, können einzelne Aufwendungen gleichwohl Werbungskosten sein. Voraussetzung dafür ist, daß sie von den übrigen Reisekosten sicher und leicht abgrenzbar und ausschließlich beruflich veranlaßt sind (Urteil des Großen Senats des BFH vom 27.11.1978 - BStBl 1979, Teil II, Seite 213).

Die Kosten sind nicht abziehbar, wenn sie auch entstanden wären, wenn der Arbeitnehmer den beruflich veranlaßten Reiseteil nicht durchgeführt hätte. Bei den zusätzlichen Aufwendungen kann es sich z.B. um Kursgebühren, Eintrittsgelder, Fahrtkosten, zusätzliche Unterbringungskosten und Mehraufwendungen für Verpflegung handeln. Die zusätzlichen Unterbringungskosten sowie die Mehraufwendungen für Verpflegung können mit den für Dienstreisen geltenden Pauschbeträgen (vgl. Abschnitt Reisekosten) angesetzt werden.

Ausgaben bei Veranstaltungen von Berufsverbänden
Ausgaben bei Veranstaltungen des Berufsstands, des Berufsverbands, des Fachverbands oder der Gewerkschaft eines Arbeitnehmers, die der Förderung des Allgemeinwissens der Teilnehmer dienen, sind nicht Werbungskosten, sondern Aufwendungen für die Lebensführung. Ein Abzug ist damit nicht möglich.

Um nichtabziehbare Aufwendungen für die Lebensführung handelt es sich insbesondere stets bei den Aufwendungen, die der Arbeitnehmer aus Anlaß von gesellschaftlichen Veranstaltungen der bezeichneten Organisation gemacht hat, und zwar auch dann, wenn die gesellschaftlichen Veranstaltungen im Zusammenhang mit einer rein fachlichen oder beruflichen Tagung oder Sitzung standen.

Bestimmte Veranstaltungen von Berufständen und Berufsverbänden dienen dem Zweck, die Teilnehmer im Beruf fortzubilden, z.B. Vorlesungen bei Verwaltungsakademien oder Volkshochschulen, Fortbildungslehrgänge, fachwissenschaftliche Lehrgänge, fachlich Vorträge usw. Dazu gehören auch Veranstaltungen im Zusammenhang mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit für den zuständigen Berufsstand oder Berufsverband (BFH-Urteil vom 28.11.1980 - BStBl 1981, Teil II, Seite 368). Ausgaben, die dem Teilnehmer bei solchen Veranstaltungen entstehen, können Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sein.

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