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Allgemeine Angaben

Das Finanzamt verläßt sich auf Ihre Verbindungen
Sie können das Finanzamt milde stimmen
Klingeling, Klingeling, hier ist der Finanzamtmann
Das Finanzamt sollte nicht raten müssen, wo Sie wohnen
Ihre Heirat ist auch für den Fiskus ein großer Schritt
Quittieren Sie den Steuerbescheid nicht mit Desinteresse
Liebes- wie Steuererklärungen nur im richtigen Augenblick
Sie können beim Staat nicht allzulange in der Kreide stehen
Niemand zwingt Sie, das Zwangsgeld gleich zu bezahlen
Das Finanzamt erinnert sich nur Schwarz auf Weiß
Vergessen Sie nicht, das Finanzamt an Sie zu erinnern
Qualität der Steuererklärungsvordrucke und der amtlichen Erläuterungen

Das Finanzamt verläßt sich auf Ihre Verbindungen

Money makes the world go around. Daher ist auch das Finanzamt nur hinter dem Geld und damit Ihrer Bankverbindung her. Sie sollten also etwaige änderungen auf der Steuererklärung mit Textmarker hervorheben. Denn Sie möchten ja schließlich auch, daß die Erstattung auf dem Konto ankommt, auf dem Sie sie haben möchten.

Sie können das Finanzamt milde stimmen

Die Bearbeitung Ihrer Steuerklärung ist immer auch von der Stimmung Ihres Finanzbeamten abhängig. Und die läßt sich beeinflussen. Nicht durch Geldgeschenke oder Cognacbohnen, sondern schon viel schlichter: durch die Steuernummer. Denn wer diese vollständig einträgt, erreicht, daß seine Erklärung nicht erst grummelnd zur Seite gelegt, sondern sofort bearbeitet wird. Er erhält so seine Steuererstattung schneller zurück. Und wer seine Nummer nicht auswendig weiß, sei auf den Steuerbescheid des Vorjahres verwiesen.

Klingeling, Klingeling, hier ist der Finanzamtmann

Um ärger zu vermeiden, sollten Sie nicht jedem Wildfremden Ihre Telefonnummer aufdrängen. Ihren Finanzbeamten können Sie davon allerdings ausnehmen und ihm die Nummer, unter der Sie tagsüber zu erreichen sind, angeben. Denn vielleicht möchte er mit Ihnen sprechen, um Rückfragen zu klären und Ihnen lästigen Schriftverkehr zu ersparen.

Das Finanzamt sollte nicht raten müssen, wo Sie wohnen

Wir alle kennen die Suchbilder aus der Fernsehzeitung. Zwei Bilder, zwölf Details, in denen sich das zweite Bild von dem ersten unterscheidet, und zahllose Stunden, die man zubringt, ohne das Rätsel zu lösen. Ihr Finanzbeamter hat aber nicht diese Geduld. Daher sollten Sie ihn, wenn sich Angaben wie Ihre Adresse gegenüber dem Vorjahr geändert haben, mit dem Textmarker auf diese änderungen aufmerksam machen. Das erleichtert den Schriftverkehr und verhindert weiteres Rätselraten.

Ihre Heirat ist auch für den Fiskus ein großer Schritt

Nicht nur die Adresse kann sich ändern, auch der Familienstand. Daher sollten Sie nicht nur in der Rubrik "Verheiratet seit dem" das Jahr der Heirat vermerken, sondern auch mit dem Textmarker den Bearbeiter Ihrer Steuererklärung auf diese Veränderung aufmerksam machen. Denn nur dann können Sie sicher sein, daß für Sie der in der Regel günstigere Splittingtarif angewandt wird. Wenn Sie dann noch als Frau, die nun unter der Steuernummer Ihres Ehemannes geführt wird, Ihre bisherige eigene Steuernummer neben Ihrem Namen vermerken, steht einem reibungslosen Arbeitsablauf im Beamtenkämmerchen nichts mehr im Wege. Und Ihrer baldigen Erstattung natürlich auch nicht.

Quittieren Sie den Steuerbescheid nicht mit Desinteresse

Es kann sich eventuell lohnen, einen Empfangsbevollmächtigten für den Steuerbescheid anzugeben, z.B. wenn Sie in Urlaub oder auf Montage sind. Denn dieser Bevollmächtigte könnte Sie dann zum Beispiel über den Eingang des Bescheids informieren. So wäre die Einhaltung aller Fristen gewährleistet.

Liebes- wie Steuererklärungen nur im richtigen Augenblick

Alles zu seiner Zeit. Auch die Steuererklärung will zu einem günstigen Zeitpunkt abgegeben sein. Wenn Sie Erstattungen erwarten, sollten sie den Antrag so vollständig und früh wie möglich abgeben. Denn die Finanzbehörden bearbeiten die Vorgänge in der Reihenfolge des Eingangs. Wenn Sie aber voraussichtlich Nachzahlungen zu leisten haben, kann es sich lohnen, die Sache zu verschleppen. Selbst wenn Sie dadurch Zinsen für die Steuernachforderungen zahlen müssen. Denn das Finanzamt berechnet nur 0,5 % Zinsen für jeden vollen Monat und die können Sie wiederum als Sonderausgaben absetzen. (Die Verzinsung erfolgt erst nach Ablauf von 15 Monaten)

Sie können beim Staat nicht allzulange in der Kreide stehen

Sie können beim Finanzamt anschreiben lassen und Steuern, wenn es Ihre Liquiditätslage zur Zeit nicht anders zuläßt, auch einen Monat verspätet bezahlen. Ihnen wird für diesen Monat ein Säumniszuschlag von einem Prozent berechnet. Weitere Verzögerungen sollten Sie aber unbedingt vermeiden. Denn sonst berechnet man Ihnen auch die Vollstreckung. Und Sie werden sich vielleicht mit kleinen Vogelemblemen auf allen Ihren Wertstücken anfreunden müssen.

Niemand zwingt Sie, das Zwangsgeld gleich zu bezahlen

Wenn Sie den Abgabetermin Ihrer Steuererklärung verschlafen, weckt Sie das Finanzamt mit der Androhung von Zwangsgeld. Stehen Sie also auf und geben Sie Ihre Steuererklärung ab. Ein Zwangsgeld erhebt das Finanzamt erst, wenn der Abgabetermin Ihrer Steuererklärung deutlich überschritten ist. Dennoch kann man Sie nicht zwingen, es auch sofort zu bezahlen. Sie sollten statt dessen, bevor der Gerichtsvollzieher bei Ihnen vor der Tür steht, einfach rasch noch die verlangte Erklärung abgeben. Denn dann wird die Festsetzung des Zwangsgeldes wieder aufgehoben.

Das Finanzamt erinnert sich nur Schwarz auf Weiß

Konrad Adenauer soll gesagt haben: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" Und darauf scheinen sich bis heute alle Finanzbeamten zu berufen. Denn was immer sie Ihnen an Auskünften geben, rechtsverbindlich sind ihre Ausführungen nicht. Daher sollten sie sich, wenn Sie bezüglich einer Rechtssituation im Zweifel sind, immer eine verbindliche schriftliche Rechtsauskunft geben lassen. Denn mitunter ist nicht nur das Gedächtnis von Bundeskanzlern höchst selektiv.

Vergessen Sie nicht, das Finanzamt an Sie zu erinnern

Vergeßlichkeit ist immer störend. Beim Finanzamt bedeutet sie aber auch herbe Verluste. Zum Beispiel beim Haushaltsfreibetrag für Ledige mit Kindern. Dieser wird normalerweise vom Finanzamt automatisch berücksichtigt. Prüfen Sie aber auf jeden Fall Ihren Steuerbeleg dahingehend und legen Sie notfalls gegen den Einkommensteuerbescheid Einspruch ein. Denn schließlich geht es um 1.308 EUR, die Sie für einen Haushaltsfreibetrag absetzen können. Vertrauen ist also gut, Kontrolle in diesem Fall aber bares Geld wert.

Qualität der Steuererklärungsvordrucke und der amtlichen Erläuterungen

Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 21.3.1996, Aktenzeichen 8 K 1953/95 E, entschieden das sowohl die eigentliche Steuererklärung als auch die Anlagen dazu und auch die amtlichen Erläuterungen hinsichtlich Ihrer Aussage sehr undeutlich und mißverständlich sind. Was war geschehen ?

In der Anlage FW (Förderung des selbstgenutzten Wohneigentums) sind für 1995 in den Zeilen 52 folgende (1996 = Zeilen 50 folgende) Angaben zu Aufwendungen vor Bezug einzutragen. Ein Steuerzahler hatte in der Bauphase seines Hauses verschiedene Probleme. Die Bauzeit zog sich über 4 Jahre hin. Der Steuerzahler machte seine Angaben zu den Aufwendungen, die vor Bezug angefallen sind und uneingeschränkt abzugsfähig waren (Zinsen, ...) komplett im letzten Jahr vor Bezug geltend (1994). Die Kosten waren aber zum Teil angefallen und gezahlt worden in 1990 bis 1993.

Die Aufwendungen sind in den Jahren zu berücksichtigen, in denen sie gezahlt wurden. Also sagte das Finanzamt für den Teil der Aufwendungen, der auf die Jahre vor 1994 entfallen, bei der Steuererklärung 1994 "nein". Die Kosten wurden nicht anerkannt, da sie im falschen Jahr erfaßt wurden.

Die alten Steuerbescheide für 1990 bis 1993 waren aber schon mehrere Monate bzw. Jahre alt und die Einspruchsfrist (1 Monat) war lange vorbei.

Der Richter war der Ansicht, daß das Formular und die dazu vorliegenden Erläuterungen für den Laien nicht eindeutig zu verstehen sind. So wurden die Kosten zwar auch vor Gericht noch nicht für 1994 anerkannt, aber das Gericht ordnete an, daß die alten "rechtskräftigen" Steuerbescheide auch nach Ablauf der Einspruchsfrist für diesen Punkt wieder aufgerollt werden können bzw. müssen. Damit werden die Kosten also doch noch zum Abzug zugelassen.

Was sollte man daraus lernen ?

Sicherlich ist nicht nur die Anlage FW in diesem Punkt zu beanstanden. Einige andere Stellen in dieser Anlage oder in anderen Teilen der Steuererklärung sind ebenfalls schwer verständlich, wenn nicht sogar völlig unverständlich für den Laien.

Stellen Sie also nachträglich fest, daß Sie vergessen haben etwas zu beantragen, so sollten Sie überlegen, ob Sie überhaupt aus der Steuererklärung heraus oder aus den amtlichen Erläuterungen erkennen konnten, daß die Aufwendungen berücksichtigt werden konnten.

So haben Sie eventuell die Möglichkeit, Aufwendungen nachträglich zum Ansatz zu bringen und die Einspruchsfrist zu umgehen.

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