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Kirchensteuer

Ihr Glaube ist vor allem ein Eintrag auf der Lohnsteuerkarte
Der Koran ist nicht Teil des Steuergesetzes
Glauben Sie, Religionsgemeinschaften sparen Steuern?
Ein schlichter Antrag versetzt beim Glaube Berge
Sonderausgaben, Kirchensteuer
Kirchensteuer, 96/2/0646 Einkommensteuer

Ihr Glaube ist vor allem ein Eintrag auf der Lohnsteuerkarte

Wenn Sie nicht zuletzt aus finanziellen Motiven der Kirche den Rücken kehren, nehmen Sie sich in acht. Schlimmer noch als zukünftige Höllenqualen brennt womöglich weiterhin die gegenwärtige Steuerlast, weil Sie eventuell noch bis zum Ende des Jahres zur Kasse gebeten werden. Denken Sie also bitte daran, nach dem Austritt umgehend Ihre Lohnsteuerkarte bei der Gemeinde aktualisieren zu lassen. Denn sonst werden Sie sich noch ganz schön verfluchen.

Der Koran ist nicht Teil des Steuergesetzes

Die islamische Religion zählt nicht zu den Religionsgemeinschaften, die als Körperschaften öffentlichen Rechts anerkannt sind. Kirchensteuer darf nicht erhoben werden. Moslems können aber dennoch Ihre glaubensbedingten Abgaben steuermindernd geltend machen. Sie sind im Rahmen der Spenden als Sonderausgaben abzuziehen.

Glauben Sie, Religionsgemeinschaften sparen Steuern?

Wenn Sie weder katholisch noch evangelisch sind und doch an etwas glauben, können auch Sie Beträge wie die Kirchensteuer absetzen. Sie müssen nur eine Empfangsbestätigung der Religionsgemeinschaft vorlegen, und schon werden die geleisteten Beiträge berücksichtigt. Hierzu müssen Sie allerdings Mitglied einer Religionsgemeinschaft sein, die in mindestens einem Bundesland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wird.

Ein schlichter Antrag versetzt beim Glaube Berge

Die Kirche möchte verhindern, daß ihr die Schäfchen weglaufen. Daher dürfen Sie, wenn Sie als Schaf mehr als 300.000,- EUR im Jahr verdienen, Ihre Kirchensteuer kürzen. Ganz legal. Sie müssen dazu nur bei der für Sie zuständigen Diözese oder Landeskirche einen "Kappungsantrag" stellen. Dann reduziert sich die Kirchensteuer von acht bis neun Prozent der Einkommensteuer auf drei bis vier Prozent Ihres zu versteuernden Einkommens. Die Umstellung der Berechnung lohnt sich ab 300.000 EUR bei Verheirateten. Und das bei gleichen kirchlichen Leistungen. Glaube wird so zum Schnäppchen.

Sonderausgaben, Kirchensteuer

In vielen Bundesländern haben Religionsgemeinschaften - neben der Kirchensteuer - auch einen gesetzlichen Anspruch auf das sogenannte Kirchgeld.

Diese Zahlungen, aber auch freiwillige Zahlungen an die Kirchengemeinde können Sie analog zu den Kirchensteuerzahlungen als Sonderausgaben geltend machen. Addieren Sie einfach diese Beträge zu der gezahlten Kirchensteuer. Selbstverständlich müssen Sie entsprechende Belege beifügen.

Sofern Sie die Sonderausgabenpauschale von 36 EUR bzw. 72 EUR (Ehepaar) in einem Jahr nicht übersteigen, für das nächste Jahr aber absehbar ist, daß höhere Sonderausgaben anfallen, sollten Sie die Zahlung des Kirchgeldes hinauszögern.

Für den steuerlichen Abzug ist das Zahlungsdatum ausschlaggebend und nicht das Jahr, auf das sich die Zahlung bezieht.

Kirchensteuer, 96/2/0646 Einkommensteuer

Wird dem Steuerpflichtigen (nach)gezahlte Kirchensteuer teilweise erstattet, weil er der Kirche nicht angehört hat, kann er bei der Veranlagung für das Jahr der (Nach-)Zahlung nur die Differenz zwischen (nach)gezahlter und erstatteter Kirchensteuer als Sonderausgaben abziehen. Das gilt auch dann, wenn erst nach Ablauf des Veranlagungszeitraums der (Nach-)Zahlung geklärt wird, daß der Steuerpflichtige die Kirchensteuer mangels Kirchenmitgliedschaft nicht geschuldet hat.

EStG § 10 Abs. 1 Nr. 4, Urteil vom 26.6.1996 X R 73/94, Vorinstanz: FG Münster

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