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Ausbildungskosten, Schulgeld

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans in der Abendschule
Das Finanzamt leistet jetzt doppelt so viel für Ihre Ausbildung
Auch für die Internate gilt: Bildung ist kein Luxus
Nicht alle Schulgelder sind auch Steuergelder
Fortbildungen kann man brauchen oder gebrauchen
Möchten Sie oder Ihre Eltern, daß aus Ihnen etwas wird?
Nicht nur das Lehrgeld können Sie absetzen
Das ist nicht Ihr Job und spart doch bares Geld

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans in der Abendschule

Wie heißt die Hauptstadt von Frankreich? Wenn Sie dieser Frage aus privatem Wissensdurst oder im Rahmen eines Kreuzworträtsels nachgehen, können Sie nicht mit Steuervergünstigungen rechnen. Denn Ausbildungskosten für die Allgemeinbildung werden nicht anerkannt. Steht die Frage jedoch im Zusammenhang mit einem Schulabschluß, der ja für viele Berufe Eingangsvoraussetzung ist, sieht die Sache anders aus. Wer an einer Tages- oder Abendschule die mittlere Reife oder das Abitur nachholt, tut dies ja nicht unbedingt aus Interesse, sondern erhofft sich davon handfeste berufliche Vorteile. Die Ausgaben sind also als Sonderausgaben zu veranschlagen.

Das Finanzamt leistet jetzt doppelt so viel für Ihre Ausbildung

Das Finanzrecht ist gegen billige Werbemechanismen nicht gefeit. Das Jahressteuergesetz 1996 ist zum Beispiel für Auszubildende ergiebiger denn je. Denn die Höchstbeträge, bis zu denen Sie Berufsausbildungskosten beanspruchen können, sind 1996 verdoppelt worden. Sie liegen jetzt bei 920 EUR daheim und 1.227 EUR bei auswärtiger Unterbringung. Natürlich pro Kalenderjahr. Das heißt, Sie bekommen jetzt noch mehr Bildung für Ihr Geld. Im Gegensatz zu anderen Pauschbeträgen verdoppelt sich diese Summe aber, wenn Sie verheiratet sind, nicht. Nur wenn beide Ehegatten noch in der Ausbildung stecken, kann jeder von ihnen für sich die Höchstgrenze nutzen.

Auch für die Internate gilt: Bildung ist kein Luxus

Bildung ist ein kostbares Gut. Manchmal ist sie auch Statusobjekt, zum Beispiel bei der Auswahl des Internates, auf das man seine Sprößlinge schickt. Denn die verschiedenen Institutionen haben auch ganz unterschiedliches Renommée. Schon aus steuerlichen Gründen sollten Sie sich dabei nicht von der Ausstattung blenden lassen. Was zählt, sind die Unterrichtsbedingungen. Und das auch steuerlich. Denn nur die Aufwendungen, die nach Ausweis der Schule direkt auf den Unterricht entfallen, lassen sich von der Steuer absetzen. Kost und Logis tragen Sie dagegen selbst. Und da wird dann schon zweimal überlegt, ob denn ein Golfplatz wirklich nötig ist, um aus Quintanern Staatsbürger zu formen.

Nicht alle Schulgelder sind auch Steuergelder

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Wenn Hänschen aber nicht lernen will, ist das Beste häufig ein Internat. Dann ist das Beste aber auch nicht gerade billig, denn viele dieser Heime verlangen geradezu horrende Schulgelder. Da aber auch der Staat möchte, daß aus Ihrem Kind mehr als ein autoaufbrechender Kleinkrimineller wird, können Sie immerhin 30 % der anfallenden Zahlungen als Sonderausgaben dem Finanzamt in Rechnung stellen. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine staatlich genehmigte oder erlaubte Ersatzschule oder eine anerkannte allgemeinbildende Ergänzungsschule. Eine Bescheinigung der Schule sollte dies dem zuständigen Sachbearbeiter zweifelsfrei nachweisen. Zudem sollte das Internat im Inland liegen, da Schulgeld für ausländische Bildungsinstitutionnen generell verweigert wird.

Fortbildungen kann man brauchen oder gebrauchen

Die Unterscheidung zwischen Fort- und Ausbildung greift auf ein grundsätzliches Kriterium zurück: Lerne ich für die Firma oder für mich? Der direkte Bezug der erworbenen Kenntnisse zum ausgeübten Beruf ist damit ausschlaggebend. Ein Studium, das nur der Fortbildung dient und in dem daher der Abschluß Nebensache ist, zählt zu Werbungskosten. Ebenso kann ein Volkssschullehrer, der sich durch ein Studium zum Sonderschullehrer qualifiziert, oder ein Referendar, der auf das zweite Staatsexamen angewiesen ist, die vollen Fortbildungskosten geltend machen. Die Erlangung akademischer Grade gilt dagegen generell als schlichte Sonderausgabe.

Möchten Sie oder Ihre Eltern, daß aus Ihnen etwas wird?

Nicht für die Schule lernt Ihr Kind, sondern fürs Leben. Und zwar für das eigene. Wenn das Kind über eigene Einkünfte verfügt, zum Beispiel aus ererbtem oder geschenktem Vermögen, ist daher zu überlegen, ob nicht statt der Eltern das Kind sich lieber selbst zur Zahlung des Schulgeldes verpflichtet. Denn aufgrund der steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten, die sich dann bieten, fördert das seine Kreativität. Eltern können nur 30 % des Schulgeldes als Sonderausgaben berücksichtigen lassen. Beim Kind selbst wären entsprechende Zahlungen Ausbildungskosten. Sie dürfen zu 100 % als Sonderausgaben mit dem Finanzamt abgeglichen werden. Zugleich ist dieser Abzug aber auf höchstens 920 EUR im Jahr begrenzt. Wer also mehr in die Schulbildung investiert, sollte weiterhin auf die Eltern setzen.

Nicht nur das Lehrgeld können Sie absetzen

Der Erfolg Ihrer Fortbildung ist zunächst mal von Ihrer Motivation, Ihrem Lerneifer und den klugen Gedanken abhängig, die Sie sich machen. Fortbildung ist aber auch eine Materialschlacht, die neben den eigentlichen Kurs- und Seminargebühren auch viele weitere Kosten mit sich bringt. Aufwendungen für Lernmaterial, Fachbücher, Schulranzen und Pausenmilch. All diese können steuerlich voll abgesetzt werden. Hinzu kommen die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungs- oder Weiterbildungsstätte sowie gegebenenfalls die Kosten für eine "auswärtige Unterbringung" in Hotel oder Jugendherberge.

Das ist nicht Ihr Job und spart doch bares Geld

Als Maurer kann Sie so manches wie der Schlag treffen. Ein verirrter Ziegelstein zum Beispiel. Oder die Inspiration. Schlagartig steht das Manuskript eines kunstfertigen Romanes in Ihrem Kopf, und Sie müßten es nur noch zu Papier bringen. Da geht natürlich ohne einen anständigen Schreibmaschinenkurs nichts. Und die Kosten für diesen Kurs können Sie Vater Staat aufbürden. Denn auch die Ausbildung in einem nichtausgeübten Beruf wird gefördert. Mit Steuererleichterungen bis zu 920 EUR, bei auswärtiger Unterbringung auch bis zu einem Betrag von 1.227 EUR. Und das selbst, wenn Sie nicht über Kurzgeschichten hinauskommen.

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