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häusliche Pflege

Durch einen Unfall kann man schlagartig altern
Samariter werden vom Staat belohnt
Nächtenliebe ist berechnend
Der Pflegepauschbetrag bleibt meist in der Familie
Nächstenliebe ist inzwischen auch schon eine Versicherungsleistung
Sorgen Sie nicht nur für Ihre Angehörigen, sondern auch für sich
Auch zusammen fallen die Eltern den Kindern nicht zur Last
Das Finanzamt belohnt private Hilfe und keine Altenpflege

Durch einen Unfall kann man schlagartig altern

Wie schnell ist man ein Pflegefall. Nicht nur das Alter, auch Unfälle oder eine Behinderung können eine dauernde Betreuung notwendig machen. Kommt dann aber nicht die Pflegepauschale dem Behindertenpauschbetrag in die Quere? Nein, zumindest nicht, wenn Sie Ihren Ehegatten oder ein Kind, dessen Behindertenpauschale auf Sie übertragen wurde, zu Hause pflegen und diese im Schwerbeschädigtenausweis den Vermerk "H" tragen. Denn dann können Sie neben dem erhöhten Behindertenpauschbetrag von 3.700 EUR auch noch die Pflegepauschale in voller Höhe beanspruchen.

Samariter werden vom Staat belohnt

Der sogenannte Pflegepauschbetrag setzt auf persönliches Engagement. Sie erhalten Ihn, wenn Sie persönlich einen Schwerbehinderten mit dem bereits besprochenen Vermerk "H" oder einen Bezieher von Pflegegeld ohne Vergütung pflegen. Auch wenn Sie sich zeitweise von Zivis und anderen ambulanten Hilfskräften unter die Arme greifen lassen. Ihr Gönnertum wird Ihnen in jedem Fall mit 924 EUR pro Kalenderjahr vergolten.

Nächtenliebe ist berechnend

Wenn Sie Ihre Eltern pflegen, werden Sie damit ja hoffentlich nicht direkt auf das Erbe spekulieren. Gleichwohl soll sich die Sache aber jawohl für Sie rechnen, denn Sie möchten nicht allein auf den Aufwendungen, die Ihnen entstehen, sitzenbleiben. Das Finanzamt beteiligt sich gern. Und zwar auf zwei verschiedenen Wegen. Entweder beanspruchen Sie den Pflegepauschbetrag von 924 EUR im Jahr, oder Sie machen die tatsächlichen Aufwendungen für die Pflege Ihrer Angehörigen als allgemeine außergewöhnliche Belastungen geltend. Bevor Sie sich aber entscheiden, sei darauf hingewiesen, daß bei der zweiten Abrechnungsvariante Ihnen wieder eine zumutbare Belastung gestrichen wird. Vor- und Nachteile sind also im Einzelfalle abzuwägen. Berechnung sollte daher zwar nicht Antrieb, aber Grundlage Ihres Engagements sein.

Der Pflegepauschbetrag bleibt meist in der Familie

Nicht nur Gott wird Ihnen also Ihre Mildtätigkeit vergelten, auch der Staat. Und der ist da wesentlich mißtrauischer. Die Vorausetzungen für die Gewährung eines Pflegepauschbetrages sind daher klar formuliert. Nur, wenn Sie sich der Pflege aus sittlichen Gründen nicht entziehen können, wird die Vergünstigung gewährt. Vor allem bei Angehörigen, bei Ehegatten, Verlobten, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Kindern, Enkelkindern, Schwiegereltern, Geschwistern, Neffen, Nichten, Schwagern, Onkeln und Tanten ist dieser Tatbestand erfült. Hilfsbereitschaft sollte also in der Familie liegen. Pflegen Sie hingegen nur schlechten Umgang, sehen wir schwarz.

Nächstenliebe ist inzwischen auch schon eine Versicherungsleistung

Wir werden alle sterben. Dies ist keine Endzeitvision, sondern nüchterne Realität. Genauso werden wir alle in die Jahre kommen. In die Jahre, in denen wir auf die Hilfe und die Unterstützung Dritter angewiesen sind. Deshalb gibt es die Pflegeversicherung, die bereits heute einen Großteil der Pflegeleistungen trägt. Wenn Sie aus ihr bereits Zahlungen für die Pflege eines Angehörigen erhalten, wird man Ihnen einen Pflegepauschbetrag nicht zuerkennen. Gleichwohl läßt man Sie aber immerhin noch die tatsächlich entstandenen Aufwendungen als allgemeine außergewöhnliche Belastungen verbuchen. Natürlich abzüglich der zumutbaren Belastung und der Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Sorgen Sie nicht nur für Ihre Angehörigen, sondern auch für sich

Sie pflegen einen Angehörigen. Kümmern Sie sich dann aber nicht nur um ihn, sondern auch darum, alle steuerlichen Möglichkeiten, die sich Ihnen damit bieten, zu nutzen. Unter Umständen können nämlich die Aufwendungen gleich an mehreren Stellen geltend gemacht werden. Zum Beispiel wenn Sie berufstätig sind. Denn wenn Sie dann jemanden aus Ihrer Familie in der Freizeit in Ihrer Wohnung pflegen und ihn nur während der Arbeitszeit in einer Tagesstätte unterbringen, stehen Ihnen gleich mehrere Steuererleichterungen ins Haus. Zunächst natürlich der Pflegepauschbetrag von 924 EUR. Dann können Sie aber auch die Pflegekosten in der Tagesstätte zusätzlich als allgemeine außergewöhnliche Belastungen ansetzen. Und schließlich sind auch noch die Verpflegungskosten in der Tagesstätte und am heimischen Herd Unterhaltsaufwendungen für bedürftige Personen und als solche abzugsfähig.

Auch zusammen fallen die Eltern den Kindern nicht zur Last

Zusammen alt zu werden ist schön. Zusammen pflegebedürftig zu werden fordert aber den Angehörigen einiges ab, auch finanziell. Daher hat der Gesetzgeber bestimmt, daß bei der Pflege mehrerer Personen, zum Beispiel beider Elternteile, der Pflegepauschbetrag auch mehrfach beansprucht werden kann. Sie haben dann auch für jeden Pflegefall gesondert das Wahlrecht zwischen dem Pauschbetrag und dem Ansatz der tatsächlichen Aufwendungen.

Das Finanzamt belohnt private Hilfe und keine Altenpflege

Für die Inanspruchnahme des Pflegepauschbetrages ist es wichtig, daß Sie die Pflege selbst übernehmen. Wo Sie sich aber um den Bedürftigen kümmern, ist völlig unerheblich. Er muß also nicht in Ihrem Haushalt leben, es reicht, wenn Sie ihn zwecks Betreuung in seiner eigenen Wohnung aufsuchen. Allerdings sollte diese Unterkunft nicht Teil eines Altenheimes sein. Denn Pflegeheime dieser Art sind grundsätzlich von dieser Regelung ausgenommen. Auch dann, wenn Sie dort neben den Heimkräften eigene Leistungen erbringen und den Pflegebedürftigen zum Beispiel heimlich mit lebenswichtigem Tabak und Spirituosen versorgen.

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